Wednesday 13 - Calling All Corpses

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VÖ: 21.10.2011
Bandinfo: WEDNESDAY 13
Genre: Rock
Label: Cargo Records
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Lineup  |  Trackliste

Der Vorzeige-Horrorschlumpf veröffentlicht mit „Calling All Corpses“ sein 22. (!) Album, sein siebentes als Solokünstler, das macht im Schnitt bis dato 1,3 Alben pro Jahr. Da macht der Gute ja schon fast CRADLE OF FILTH Konkurrenz.

1994 hat er mit seiner Karriere als FRANKENSTEIN DRAG QUEEN FROM PLANET 13 begonnen und hat dann als Solokünstler gearbeitet, bis Maskenmann Joey Jordison (SLIPKNOT) eine Spielwiese brauchte und die MURDERDOLLS gründete. Dazwischen folgten Eskapaden wie BOURBON CROW, ein Country Outlaw Projekt und GUNFIRE 76, ein Projekt, in dem er knietief im 80er Jahre Sound des Hollywood Boulevards watet.

Böse Zungen behaupteten ja schon immer, dass so eine Veröffentlichungsrate nicht wirklich förderlich für den kreativen Output sei, WEDNESDAY‘s Alben zeichneten sich aller Warnungen zum Trotz immer durch einen hohen Produktions- und Kreativitätslevel aus.

Und dennoch ... bei „Calling All Corpses“ gingen Wednesday wohl die Ideen aus.

Das Album beginnt mit einem hübschen Intro, welches irgendwie irisch klingt; Wednesday gibt im Flüsterton die Marschrichtung vor: „Blood Fades To Black“. Nun denn - wenn er live mit dem Intro auf die Bühne kommt, kann das schon funktionieren, der Fischerchor ist nämlich inklusive.

Munter weiter mit „I Wanna Be Cremated“: ein klassischer WEDNESDAY 13 Song mit einer klassischen W13 Zeile: „Just fry me at KFC - I wanna be cremated“. Kling ein wenig (lies: viel) nach den RAMONES, aber so soll‘s sein.

„Ghoul Of My Dreams“ ist ein äußerst poppig gewordenes Lied, in dem uns W13 davon erzählt, dass er zwar das Mädel seiner Träume getroffen hat, die will aber keinen Keks von ihm, aber ihn zum schreien bring ... äh, ja. Bereits bei Song No. 4 sind wir beim Tiefpunkt des Albums angelangt, aus dem sich W13 nur mehr schwer herauswühlt.

„One Knife Stand“ dümpelt extremst langweilig dahin, hier gibt‘s kein Auf, nur ein hinab in die Langeweile.

Die nächste Nummer „Calling All Corpses“ besteht aus zwei Textzeilen: „Calling All Calling All Corpses - Tonight‘s The Night We Drink Your Blood“. Hier
muss ich dem selbstbenannten Zombiekenner vehement widersprechen: warum trinken wir ihr Blut? Wenn wir Leichen wären (aber wir leben), dann sind wir Zombies. Und die trinken bekanntlich kein Blut, sondern essen. Fleisch. Gehirn. Aber gut - die Instrumente sind sehr, sehr thrilling auf diesem Song. Aber eines ist klar: der Song wird live funktionieren wie ein Funkenspritzer.

„Bad At Being Human“ ist ein schlechter Abklatsch von W13‘s „Bad Things“. Wenn er sich hier selbst zitieren wollte, hat er leider versagt. Die Lyrics könnten von einem 12jährigen stammen, der sich darüber auslässt, dass er ein ach so böser motherfucker ist.

„London After Midnight“ hätte in meinen Augen besser auf ein GUNFIRE 76 Album gepasst, aber ist nach dem Vorgängersong eine hübsche Abwechslung, die aufhorchen lässt.

„Candle For The Devil“ ist ebenfalls ein vorprogrammierter Kracher auf Livekonzerten: Mitgröhl-Refrain und gestreckter Mittelfinger inklusive; leider zündet der Song auf dem Album nicht so ganz.

„Miss Morgue“, „We All Die“, „Something Wicked This Way Comes“ und „Silver Bullets“ sind Perlen im Einheitsbrei - schöne, durchdachte Melodien, die daran erinnern, was Wednesday 13 ausmachen: tongue in cheek Lyrics, Punkrock und Horror.

Alles in Allem ein Album, dem man schon mal Gehör schenken kann, als Partymusik funktioniert‘s und die Fans werden‘s sowieso kaufen.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Suzy (21.10.2011)

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