Martyr - Circle of 8

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VÖ: 04.11.2011
Bandinfo: Martyr
Genre: Heavy Metal
Label: Metal Blade Records
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Lineup  |  Trackliste

MARTYR sind in etwa so alt wie der Verfasser dieser Zeilen. OK, das ist jetzt nicht unbedingt als sensationell einzustufen, aber wenn man sich im Jahr 1982 gegründet hat, darf man schon von sich behaupten einige Jährchen am Buckel zu haben (obschon der Rezensent im Jahr 1982 als erst Fünfzehnjähriger die Matte kreisen ließ!). Dabei sind MARTYR jetzt alles andere als routiniert, legten sich doch nach zwei mehr oder weniger kultigen Scheiben („For The Universe“ im Jahr 1985 und ein Jahr später „Darkness At Time's Edge“) eine fast fünfzehn Jahre dauernde Pause ein. Erst 2001 samt einer Einladung zum Heavy Metal Maniacs Festival raufte man sich wieder zusammen. Es dauerte wieder vier Jahre ehe fast das gesamte Original-Line-Up von 1982 das Headbangers Open Air und das Keep It True Festival spielten. Ab dann ging es eigentlich kontinuierlich weiter, man spielte Konzerte, nahm 2009 sogar eine EP mit dem Titel „Fear“ auf und kehrte schlussendlich wieder dorthin zurück wo alles begann – zu Metal Blade Records!

Geändert hat sich bei den Holländern weder in der Zeit des Hiatus, noch in der des Aufnahmeprozesses zu „Circle of 8“ gewaltiges; MARTYR zocken noch immer klassischen Heavy Metal, wissen ein beeindruckendes technisches Verständnis und –Vermögen gewinnbringend einzusetzen und haben mit Rop van Haren einen leicht in den Kautzmetal abdriftenden Frontman zugegen. Van Haren versteht es beeindruckend den einzelnen Songs seinen (kauzigen!) Stempel aufzudrücken. Das drückt die Band in ihren verspielten Phasen des Öfteren in die Nähe zu einer Kultcombo namens WARLORD, streift man eher balladeske Züge („All Warriors Bleed“) kommen einem verspielte QUEENSRYCHE (ohne Geoff Tate wohlgemerkt!) in den Sinn, im Großen und Ganzen mögen’s MARTYR aber eher ziemlich traditionell und manchmal – leider –auch stockkonservativ. Dabei sind eher die Songlängen das Problem. MARTYR verzetteln sich einfach zu oft, driften in die Langatmigkeit ab und wissen bei Zeiten nicht so recht, in welche Richtung wollen wir denn jetzt? „The Uninvited” möchte gern nach HELLOWEEN klingen, ist dafür – trotz Speeds – eindeutig zu rockig, „Fake“ zerstört den guten Eindruck mit einem völlig daneben geratenen Refrain und „Locked“ ist schon nach gut drei Minuten fad hoch zehn, ödet aber trotzdem noch weitere drei Minuten dahin.

Auch wenn die ewig gestrigen Traditionalisten jetzt auf die Barrikaden gehen mögen, MARTYR spielen netten, durchaus akzeptablen, aber bei weitem nicht wirklich spektakulären Heavy Metal der alten Schule und begingen obendrein den Fehler ein Album mit einer satten Stunde Spielzeit einzuspielen, bei der gut ein Drittel des vorliegenden Material schlicht und einfach als langweilig einzustufen ist.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Reini (27.10.2011)

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