Death - Individual Thought Patterns (Deluxe Reissue)

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VÖ: 04.11.2011
Bandinfo: Death
Genre: Progressive Death Metal
Label: Relapse Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Weiter geht’s im Takt. Nachdem schon das Schuldiner-Letztwerk „The Sound Of Perseverance“ und das 20-Jahre-Jubiläumsalbum „Human“ von der Brachialschmiede Relapse Records in neuem und erweitertem Gewand unters Volk gemischt wurden, verschönert man den Fans die eher trostlose Zeit rund um Allerheiligen nun mit dem wiederaufgelegten 1993er Werk „Individual Thought Patterns“, mit dem sich DEATH einst endgültig von einer brachial-durchdachten Death Metal Combo zu Pionieren des intelligenten, progressiven Todmetalls wandelten. Dabei lässt das Ami-Label wieder einmal nichts zu wünschen übrig und bietet auch dieses bahnbrechende Album als Doppel- oder Tripple-Whopper an.

Hier vorliegend ist die Zweierpack-Version, die neben der von Andy Douches neu gemischten Originalscheibe noch mit einer Live-CD mit bislang unveröffentlichtem Material eines Deutschland-Gigs im April 1993 und einem raren Studio-Outtake des POSSESSED-Klassikers „The Exorcist“ aufwarten kann. Festspiele für Schuldinger-Jünger also. Vor allem deswegen, weil Douches (ähnlich wie schon bei „Human“) das kultige Material nicht auf Biegen und Brechen zeitgemäß geformt hat. Kultsongs wie das göttliche „Trapped In A Corner“, „Mentally Blind“ oder der Über-Track „The Philosopher“ versprühen immer noch herrlich duftenden Vintage-Charme.

Verändert hat sich trotzdem so einiges. Chuck Schuldiner hatte für „Individual Thought Patterns“ nicht nur seine Stimme in bisher unbekannte Höhen getrieben, er hat neben dem bereits auf „Human“ tätigen Bassist Steve DiGiorgio auch wieder zwei Neue ins Boot geholt. Am Sechssaiter platzierte er KING DIAMONDs Andy LaRocque und mit DARK ANGEL-Schlagwerker Gene Hoglan komplettierte „Evil Chuck“ das mit Abstand beste Line-Up der DEATH-Geschichte. Die permanenten Tempi-Achterbahnen, unzählige Solospielereien und die inflationär eingesetzten Taktwechsel waren auf „Individual Thought Patterns“ zwar noch nicht vollständig ausgereift, gaben aber bereits die Richtung vor, die man zwei Jahre später mit „Symbolic“ perfektionierte, nämlich den Wandel vom konventionellen Death Metal zu vertrackten Intelligenz-Mörtlern, die bis heute unangefochtenen an der Genrespitze stehen.

„Individual Thought Patterns“ hat vielleicht nicht die allumfassende Genialität von „Human“ oder das nahezu perfektionierte Songwriting von „Symbolic“, ist aber nichtsdestotrotz ein Geschichts-Meilenstein, der auch nach knapp zwei Dekaden nichts von seiner Magie verloren hat. Und wer den Titeltrack, „Nothing Is Everything“ oder das behutsam einfadende „Destiny“ bislang noch nie genossen hat, hat Death Metal ohnehin nicht verstanden. Kaufen, hören, lernen, bangen!



Ohne Bewertung
Autor: Robert Fröwein (28.10.2011)

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