Dying Humanity - Living On The Razor's Edge

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VÖ: 04.11.2011
Bandinfo: Dying Humanity
Genre: Death Metal
Label: Bastardized Recordings
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Pünktlich im Zweijahresrhythmus melden sich die verspielten Sachsen DYING HUMANITY mit einem neuen Album und präsentieren sich dabei stets verbessert. Nichts anderes passiert nämlich auch auf dem – mit eindrucksvollem Gustavo Sazes (ARCH ENEMY, KRISIUN)-Coverartwork – dritten Album „Living On The Razor’s Edge“, das erstmals ein Konzeptalbum ist und von einer Frau erzählt, die alle Schattenseiten des menschlichen Daseins durchlebt, die sich in unserer Welt mittlerweile als bereits ach so real und natürlich eingebettet haben.

Dabei wirken DYING HUMANITY auf dem neuen Werk sogar noch etwas verspielter und geübter als auf dem ohnehin schon tollen Vorgänger „Fragments Of An Incomplete Puzzle“. Standardisierte 08/15-Melodien sind der Deutschen Sache nicht – viel mehr setzt das Quintett auf leicht frickelige Sechssaiter-Skalenberechnungen und einem ausgewogenen Gesang, denn Frontmann Marcus Dietzsch hält sich zwar am liebsten in THE BLACK DAHLIA MURDER-Kellergefilden auf, mag aber auch mit seinen prägnant eingesetzten Scream-Attacken auf allen Linien zu überzeugen. Ebenso angenehm ist der hohe Abwechslungsreichtum auf dem von Jörg Uken wuchtig in Szene gesetzten Material, denn auf wilde Blastattacken und viehische Geschwindigkeitsritte lassen DYING HUMANITY immer wieder akustisch-melodische Interludien einfließen oder vollziehen einen überraschenden und schwindelerregenden Tempowechsel.

Die beiden Gitarristen Kai Seidel und Simeon Keller duellieren sich dabei ein ums andere Mal auf höchstem Niveau. Immer songdienlich, immer dem grundsätzlichen Rhythmus angepasst – niemals hirnlos oder rein auf das eigene Geprolle bedacht. Somit funktioniert die anspruchsvolle akustische Mischung auch auf voller Länge problemlos und zeigt uns einmal mehr, dass manche Bands wirklich gewaltig unter ihrem Wert geschlagen sind. Eine dringende Empfehlung sei jedenfalls für den ausufernd-durchdachten Closer „Clarity Of Mind“ und das melodische Gustostückerl „Welcome To The Abyss“ ausgesprochen. Wer sich irgendwie mit NECROPHAGIST, THE BLACK DAHLIA MURDER, DARK TRANQUILLITY oder auch DISSECTION anfreunden kann, wird hier mit großer Sicherheit nicht danebengreifen. Doch Jungs bitte – eine halbe Stunde Spielzeit ist schon sehr mager.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (04.11.2011)

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