Bloodattack - Rotten Leaders

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VÖ: 24.09.2010
Bandinfo: Bloodattack
Genre: Deathcore
Label: Bastardized Recordings
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Lineup  |  Trackliste

2003, Koblenz/Neuwied, Deutschland. BLOODATTACK erblickt das Licht der Welt, gegründet von fünf Mannen die zuvor bereits in Bands wie GOMORRAH, SIX REASONS TO KILL und CREUTZFELDT ihr Können unter Beweis gestellt haben. Musikalisch geht man hier also in die Hardcore Thrash Metal Richtung. 2005 die erste EP mit Namen "Born Out Of Ashes" gefolgt vom ersten Album "Beast Enough To Care This Hate" (2007) folgte 2010 das Nachfolgewerk "Rotten Leaders".

Schon beim ersten Anblick des Covers fallen uns Spontanassoziationen wie CALLEJON ein (hier mittlerweile aber auch nur mehr auf das geniale "Zombieactionhauptquartier" zurückzuführen, denn wir wissen ja, dass die Herren sich ausdrücklich nicht dem Zombie-Core zuschreiben lassen möchten). Zombies, Comic-Optik, grelle Farben und Musiker die lieber in bunt kolorierten Shirts und Hoodies auftreten und dabei nett grinsen, anders als komplett in schwarz gehüllte Figuren mit weißer Gesichtsbemalung oder sonstigen Accessoires. Hallo Metalcore, wie haben wir dich vermisst.

Nun gut, abseits von Klischees lassen wir uns nicht vorab manipulieren und schmeißen die Scheibe in den Player. 40 Minuten Beschallung liegen vor uns. Es geht los, der "Beverley Hills Chihuahua" bellt uns sogleich mal an. Keine Ahnung was er von uns will, aber hier würde man gerne 'nen Bluthund draus machen. Einfach draufsteigen. Endlich, der Song setzt ein und geht eigentlich nett ins Ohr.
Die Platte kommt in Schwung und wir bekommen eine Übersicht über das Schlachtfeld. Sänger Daniel keift was das Zeug hält und die Stilrichtung schwankt zwischen knüppeldickem Hardcore, stellenweisem Grindcore und death'n'rolligen Passagen, wobei auch gute alte Thrash-Elemente zum Einsatz kommen.

Das ganze zieht sich eigentlich das ganze Werk hindurch, "Shed My Soul" klingt wie von einer old-school Death Metal Kapelle inszeniert. Irgendwie will das Album aber trotzdem nicht in Fahrt kommen und fährt mit viel zu hohem Drehmoment einfach Vollgas durch. Einfach mal 'nen anderen Gang einlegen wäre nicht verkehrt. Die Melodiearmut macht sich breit, vielleicht hätte das ein oder andere Solo die Stimmung etwas aufgelockert. Auf jeden Fall muss man hier etwas am Gesang ändern. Durchgehend keifen wie ein doofer Chihuahua macht selbst aus dem größten Hundeliebhaber einen hasserfüllten Tierhasser. Etwas mehr cleane Voice, ein bisschen weniger "hart" täte sicher nicht schaden und würde positiv zur Konsumation beitragen.

Zugegeben, es ist auch ziemlich schwer in diesem Genre eigenständig zu arbeiten. Frevler bezeichnen die Schublade ja auch als "Maßenklau" verschiedenster Stilelemente, bei dem man sich durchaus auch mal gerne in den eigenen Reihen bedient. Das arme Schicksal der autarken Core-Mucke, ja ja. Faierweise gesagt, BLOODATTACK machen jetzt nicht soo einen schlechten Eindruck wie andere Vertreter, von Ex-Mitgliedern von GOMORRAH oder CREUTZFELDT könnte man sich aber etwas mehr erwarten als von pubertierenden Teenies die mit Schirmkappen und grellen Klamotten in den hauseigenen Garagen auf sich aufmerksam machen wollen. Meine Herrn', mir is' zum rär'n.

Nächstes Mal bitte nicht so viel keifen und vielleicht ein bisschen mehr von diesen saugeilen Nummern wie "Probotector"!!! Nur weil unsere arme Metalwelt droht, immer schneller in Richtung Core-Wasserfall zuzuschwimmen, müssen wir doch nicht noch zusätzlich die Paddel in die Hand nehmen und dem Ende entgegenlachen, oder?



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: berni (15.11.2011)

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