Been Obscene - Night O'Mine

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VÖ: 04.11.2011
Bandinfo: Been Obscene
Genre: Stoner Rock
Label: Elektrohasch
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Lineup  |  Trackliste

Der Name Elektrohasch Records, die Plattenschmiede der Jungs von COLOUR HAZE, steht seit jeher für qualitativ hochwertige Veröffentlichungen aus dem Psychedelic/Stoner-Bereich. Die für einen Vertrag infrage kommenden Bands, zu welchen sich beispielsweise Szenegrößen wie HYPNOS 69 und HIGHWAY CHILD zählen, werden dabei nicht nach ihrem Erfolgsfaktor, sondern einzig nach ihrer musikalischen Klasse beurteilt. Dass die Labelbosse, welche mit ihrer eigenen Combo schon so einige Meilensteine auf den Markt gebracht haben, ein Gespür für guten, innovativen Sound haben, liegt also auf der Hand.

Die hohen Erwartungen, die sich von jenen Prämissen ableiten, gestalten es umso interessanter, herauszufinden, ob sich der nunmehr zweite Streich namens ''Night O'Mine'' der Salzburger Stoner Rocker BEEN OBSCENE - schon das Debut ''The Magic Tabledance'' erschien über das Münchner Label - ebenso in die Reihe großartiger Scheiben, welche unter dem Banner von Elektrohasch entstanden sind, einreihen kann.

Wer das erste Lebenszeichen des heimischen Quartetts kennt, weiß einerseits, womit man es im Falle von BEEN OBSCENE zu tun hat, nämlich mit einer Mischung aus fetten Stoner-Riffs und hochmelodischem Alternative Rock, gewürzt mit einer Prise Psychedelic, kann andererseits aber auch bestätigen, dass die Jungs mit ''The Magic Tabledance'' ein mehr als ordentliches erstes Album abgeliefert haben, dessen Klasse nicht ohne Weiteres zu überbieten ist.

Trotzdem klingt ''Night O'Mine'' vom ersten Hördurchlauf so, als wäre es der Truppe ein Leichtes gewesen, die Leistung des Debuts zu übertreffen. Schon das einleitende ''Endless Scheme'' geht super ins Ohr und überzeugt mit seinem COLOUR HAZE-artigen Riffing sowie einem sehr eingängigen Chorus.

Beinahe als hitverdächtig ist ''Cut The Rope'' zu bezeichnen. Einen derart hohen Mitpfeif- bzw. Mitsummfaktor hätte ich zu Beginn meines Aufeinandertreffens mit diesem Album nie für möglich gehalten. Etwas härter geht es jedoch dann beim titelgebenden Song zu. Anfangs fliegen dem Hörer derbe Wüstenriffs um die Ohren, dass es eine wahre Freude ist. Dieser Wutausbruch wird aber gekonnt von einem Midtempo-Part und dem damit verbundenen, wunderbaren Solo aufgefangen. Ein solches Phänomen nennt man wohl songschreiberische Klasse. Die letzten drei Nummern, besonders aber das herrliche ''Alone'', können getrost als Stoner-Balladen bezeichnet werden. Genannter Song enthält sogar noch einen Hidden-Track, der herzzerreißendes a capella Gejohle bietet.

Die leidende, unverkennbare Stimmästhetik von Frontmann Thomas sowie ein auf instrumentaler Ebene hervorragend agierendes Bandkollektiv, dessen Arbeit sowohl auf hartem, als auch gefühlvollem Terrain zu überzeugen weiß, haben mit ''Night O'Mine'' ein Album erschaffen, welches man nicht so schnell aus seiner Playlist entfernen möchte. In musikalischer Hinsicht bewegt sich das Ganze irgendwo zwischen COLOUR HAZE, den TRUCKFIGHTERS und WOLFMOTHER, wobei BEEN OBSCENE eigentlich ziemlich eigenständig klingen.

Somit können sowohl Elektrohasch Records, als auch die österreichische Truppe auf ein wiederum hochqualitatives Album blicken, ein Umstand, den ich schon vor dem ersten Reinhören in keinster Weise bezweifelt habe.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Johannes Deml (20.11.2011)

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