Elf - And Before Elf... There Were Elves

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VÖ: 21.10.2011
Bandinfo: Elf
Genre: Blues Rock
Label: Niji Entertainment Group
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Lineup  |  Trackliste

Es ist doch immer wieder das Selbe und irgendwie riecht es jedesmal verdächtig streng nach Leichenfledderei: nach dem Tod eines großen Musikers tauchen nach und nach Aufnahmen aus längst vergangenen Tagen auf. Meist ist es tatsächlich die Verlockung nach dem schnellen Geld, die auf diese Weise so manche Plattenregale - meist unnötig - füllt. In diesem Fall jedoch verhält es sich anders. Ganz anders!

Als Sänger bei RAINBOW, BLACK SABBATH und schließlich bei seiner eigenen Band DIO drückte Ronnie James Dio bereits zu Lebzeiten einem ganzen Genre nachhaltig seinen unverwechselbaren Stempel als "DIE Stimme des Heavy Metal" auf. Dass Dio vor BLACK SABBATH mit einer Band Namens ELF durch die Lande tingelte geht beim Heavy Metal Trivial Persuit nicht unbedingt als Insiderwissen durch. Dass ebendiese Band aber aus RONNIE DIO AND THE PROPHETS entstand, welche nach einigen Jahren in THE ELECTRIC ELVES umbenannt wurde um nach kurzer Zeit bei THE ELVES zu landen, wissen aber wohl in erster Linie nur Leute, die sich etwas genauer mit dem Wirken des "kleinen Mannes mit der großen Stimme" befassten. Genau hier setzt "And Before ELF..." an und bringt dem Fan nun endlich auch auf CD, was bisher nur auf kratzigen Bootlegs und mittelprächtigen MP3-Downloads erhältlich war. (An dieser Stelle möchte ich den Leser auf die wunderbare Seite www.padavona.com entführen, wo in liebevoller Kleinarbeit MP3-Files von R.J.Dio's allerfrühesten Jahre zum Download angeboten werden.)

Den Hörer erwarten 12 Songs, welche live (mit und ohne Publikum) eingespielt wurden und die den unverwechselbaren Charme der späten 60er, frühen 70er Jahre atmen. Mit dem späterem Hard Rock oder gar dem Heavy Metal der späteren Jahre haben diese Songs nur wenig gemein, statt dessen spielt die Band, in welcher auch Ronnie's Cousin David "Rock" Feinstein mit von der Partie ist, von Blues inspirierten Classic Rock, geradlinigen Rock'n'Roll und ansatzweise Folk Rock. Das enorme Potenzial des Sängers war damals schon erkennbar. "Driftin'" erinnert sogar ein wenig an die ersten Gehversuche einer anderen großen Band mit stimmgewaltigem Sänger, nämlich QUEEN. Dass die Klangqualität dieses Albums insgesamt nicht an heutige Standards heranreicht (wenngleich der klangliche Unterschied zu oben erwähntem Bootleg bereits Häuser ausmacht!), ist kein Nachteil. Im Gegenteil: sie rettet den Charme der Aufnahmezeit geradewegs in das 21. Jahrhundert. Prädikat Wertvoll.



Ohne Bewertung
Autor: adl (14.11.2011)

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