Ilium - Genetic Memory

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VÖ: 26.08.2011
Bandinfo: ILIUM
Genre: Melodic Power Metal
Label: Escape Music
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Lineup  |  Trackliste

Die Australier von ILIUM sind wahrlich keine unbeschriebenen Blätter, legen sie mit "Genetic Memory" doch schon ihr fünftes Album vor. Wie konnte es also passieren, dass die Gentlemen bisher gänzlich unter meinem Radar segelten? Nun, dies lässt sich nach ein paar Durchläufen des aktuellen Langeisens schnell erklären: Sie sind einfach nicht besonders toll.

Also das ist nun bitte nicht falsch zu verstehen - grundsätzlich geht bei ILIUM nämlich alles in Ordnung, insbesondere hat man sich doch niemand anderen als Mike DiMeo (ehemals bei RIOT und MASTERPLAN in Diensten!) mit ins Boot geholt, und auch auf der instrumentalen Seite gibt's keine großen Kritikpunkte. Wo es allerdings leider hapert, das sind das Songwriting, und die schwachbrüstige Produktion. Letztere klingt mit ihren extrem dünnen, künstlich klingenden Drums, kaum zündenden Gitarren und gar fürchterlichen Keyboardsounds nämlich höchst fragwürdig, einzig der erstklassige (wenn auch etwas übertrieben rotzig-dreckige) Gesang von Mr. DiMeo kann positive Akzente setzen. Und Mike DiMeo ist es auch, der "Genetic Memory" noch ein paar Extrapunkte beschert; ohne die Stimmbandakrobatik ihres starken Fronters könnte ich ILIUM heute nämlich wohl keine sonderlich guten Noten ausstellen.

Denn die Songs wollen einfach nicht so richtig zünden. Zwar hat man immer wieder nette Hooks in petto, wie etwa beim Opener "Kinaesthesia", dafür rumpelt das Songwriting oftmals gar stark im Gebälk: Übergänge wirken gezwungen (oder sind überhaupt nicht vorhanden), die einzelnen Parts der Songs machen ganz selten einen homogenen Eindruck, und kaum ein Track scheint wirklich aus einem Guss. Und für jeden gelungenen Refrain gibt's dann auf dem anderen Ende der Skala wieder ein "Littoria", das eher anstrengt als unterhält.

Unterm Strich bleibt also leider nur ein gerade mal durchschnittlich gutes Album, bei dem man eigentlich sagen muss, dass der Sound nicht über Demo-Niveau hinauskommt, und das nur durch einen starken Sänger vor der absoluten Belanglosigkeit gerettet wird. ILIUM müssten an etlichen Ecken noch ordentlichen Feilen, um international wirklich für Aufsehen sorgen zu können; auf diesem Niveau bleiben sie nur ein Tipp für absolute Melodic Metal-Fetischisten, die sich aber auch wirklich alles, was nach diesem Genre aussieht, reinziehen können.



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Dragonslayer (19.11.2011)

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