Horizon Divine - Valley Of Kings

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VÖ: 00.12.2011
Bandinfo: Horizon Divine
Genre: Hard Rock
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Hard Rock, Power Metal, Heavy Metal? In letzter Zeit lassen sich die Subgenregrenzen innerhalb des Metal-Sektors nur mehr schwer ziehen, denn immer mehr Bands switchen zwischen verschiedenen Stilistiken hin und her, um sich unverwechselbar zu machen. Das kann zwar manchmal ganz schön ins Auge gehen, oftmals ergibt sich daraus aber ein explosives Gebräu aus melodischer Hartwurst-Kost. So geschehen bei der soeben veröffentlichten Debüt-Scheibe der Tiroler Rock-Gruppierung HORIZON DIVINE. Die Osttiroler Combo sorgt schon seit 2008 für Furore im heimischen Raum und konnte bei zahlreichen Liveauftritten ihr musikalisches Können mithilfe gut interpretierter Covers und dem ein oder anderen eigenen Song bereits beweisen.

Ende 2011 liegt nun aber endlich das Debüt mit dem Titel "Valley Of Kings" vor. Natürlich denkt man bei einem solchen Namen gleich einmal an Kollegen wie MANOWAR oder auch MAGNUM und so ganz falsch liegt man damit auch nicht, denn HORIZON DIVINE bieten eine perfekte Mischung aus treibenden Drums, eingängigen Riffs, aggressiv-melodischen Vocals und einem unglaublich inspirierten Songwriting. Nach dem atmosphärischen, wenn auch etwas unnötigen Intro "Inception" geht es nämlich gleich mit einem schönen Symphonic-Kracher los ("Red Horizon"). Zu Beginn thronen die Keys über dem Song, um später in einen mitreißenden Chorus zu münden. Das darauffolgende "Remember Tomorrow" (hat nix mit IRON MAIDEN zu tun ;) ist im Gegensatz zum Vorgänger sehr 80ies-lastig und hat ebenfalls einen sehr hymnischen Refrain zu bieten. Ich habe zwar keine Ahnung, an welche Band mich "Old Love" erinnert, aber schon beim ersten Einsetzen des Songs fühle ich mich einfach wohl. Gute Stimme, hervorragende Melodie und wiederum diese genialen Drums, die sich in meinen Gehörgängen einnisten. Da will man einfach nur mitsingen: "Rain On Sunday Morning"...

"Last Journey" fängt ruhig an und ist überhaupt von einem getragenen Grundtenor durchzogen. Der Song ist zwar insgesamt betrachtet alles andere als schlecht, fällt aber im Gegensatz zum zuvor Gehörten qualitativ etwas ab. Anders geht es mir dann aber wieder beim Titeltrack "Valley Of Kings". Der orientalisch-episch angehauchte Track versprüht unheimlich viel Drive und reißt mit, auch wenn er vielleicht etwas zu sehr in die Länge gezogen wurde, was den Spannungsbogen ein wenig einbrechen lässt.

Nach den ersten Songs blicke ich noch einmal überrascht auf die Info, dass diese Platte wirklich in Osttirol in Eigenregie eingespielt und produziert wurde. Bei den meisten Eigenproduktionen der letzten Monate wollte ich getrost nach zwei, drei Songs die Platte in die Tonne kloppen, doch HORIZON DIVINEs "Valley Of Kings" hat zum Ende hin sogar noch ein paar Schmankerln zu bieten. Das rocklastige "The Pilgrim" (hat wieder nix mit IRON MAIDEN zu tun ;) und das düstere, etwas von Gothic angehauchte "Lost In The Dark", bei denen die schwedische Sängerin Jessica Lehto neben Fronter Sepp als Co-Vokalistin tätig ist, wissen nämlich unglaublich zu gefallen. Ebenso die zwar etwas unspektakuläre, an EDGUY erinnernde Schluss-Halbballade "Save Me" - das ist stark und schön anzuhören!

Selten habe ich mir nach einer knappen Dreiviertelstunde des Hörens einer Eigenproduktion gedacht, dass es doch noch ein wenig weitergehen solle - bei "Valley Of Kings" ist dies aber der Fall. Die Osttiroler bieten nämlich schöne Melodien, rauen, melodischen Gesang, eine gut austarierte Instrumentierung und vor allem ein tolles Händchen für funktionierendes Songwriting. Alles in allem ist HORIZON DIVINEs "Valley Of Kings" ein richtig gutes Debütalbum geworden, dem hoffentlich bald ein Zweitlingswerk folgen wird...

PS: Der Albumtitel und das zwar sehr schön gestaltete, aber sehr an True Metal-Bands erinnernde Cover-Artwork verschleiern auf Anhieb ein wenig die musikalische Grundausrichtung der Platte. Hier gibt es nämlich eine feine Mischung aus Hard Rock und Power Metal - und das mitten auf die österreichische Zwölf :)!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: mat (01.12.2011)

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