Night In Gales - Five Scars

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VÖ: 04.11.2011
Bandinfo: NIGHT IN GALES
Genre: Death Metal
Label: Lifeforce Records
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Lineup  |  Trackliste

Nach einer langen Schaffenspause (das letzte Studioalbum „Necrodynamic“ ist vor zehn Jahren erschienen) melden sich die deutschen Melo-Deather NIGHT IN GALES mit „Five Scars“ zurück. Ausgerüstet mit 13 neuen Songs und einer Produktion von Szenegröße Dan Swanö geben die Jungs um die Gitarren-Brüder Basten ein Comeback.

Auf „Five Scars“ wird grundsätzlich Melodic Death der skandinavischen Schule geboten. Größter Anknüpfungspunkt sind wohl DARK TRANQUILLITY: schnelle Riffs werden mit Mid-Tempo Refrains und ruhigen Zwischenstücken abgewechselt. Einige Songteile, das Shouting und die Produktion schlagen dann die Brücke zur moderneren Metalcore-Schule.

Der erste Song (nach dem orchestralen Intro) „This Neon Grave“ kann eigentlich stellvertretend für das ganze Album stehen: schnelles Strophen-Riff, Mid-Tempo Refrain, ruhiges Zwischenstück. Das macht das ganze recht abwechslungsreich und zeigt, dass die Jungs (die es mittlerweile auch über 15 Jahre lang gibt) reichlich Songwriting-Erfahrung haben.

Die Kehrseite der Medaille ist, dass man irgendwie das meiste schon gehört hat. Kein Riff sticht wirklich heraus (abgesehen vielleicht beim Titeltrack „Five Scars“), es klingt zwar alles nicht schlecht, aber es gibt kein Aha-Erlebnis. Noch dazu werden an manchen Stellen die großen Vorbilder allzu offensichtlich zitiert (z.B. wird beim Refrain von „Void Venture“ DARK TRANQUILLITYs „We Are The Void“ zitiert, und „Endtrip“ ist eine sehr offensichtliche Kopie von „Choke Hold“ von THE HAUNTED). Gepaart mit der doch ziemlich langen Spielzeit stellt sich damit irgendwann ab der Mitte des Albums leichter Frust bzw. Langeweile ein, was auch durch die öfters vorkommenden symphonischen Zwischenstücke nicht verhindert werden kann.

Positive Momente sind vor allem dann zu verzeichnen, wenn NIGHT IN GALES eher in Rightung Metalcore gehen und eingängige, melodische Riffs mit catchy Refrains im Core-Stil verknüpfen, so z.B. bei „Life Denied“ oder bei "The Tides Of November". Auch der Titeltrack „Five Scars“, ein klassisches Melo Death Stück im DARK TRANQUILLITY-Stil, oder der eher melancholische „Blackmouth Blues“ können durchaus überzeugen.

Die-Hard Melodic Death Fans können sich mit „Five Scars“ ruhigen Gewissens ihre tägliche Dosis skandinavischen Death Metal holen, Nicht-Fans des Genres werden wohl auch in Zukunft ohne NIGHT IN GALES auskommen können, ohne etwas Größeres verpasst zu haben.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Luka (06.12.2011)

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