Savatage - Poets And Madmen (Edition 2011)

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VÖ: 09.12.2011
Bandinfo: Savatage
Genre: Power Metal
Label: Edel Records
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Lineup  |  Trackliste

Wenn man an die US-Metal-Truppe SAVATAGE denkt, fallen einem zuerst Meilensteine wie "Gutter Ballet" und "Hall Of The Mountain King" ein. Diese Alben zählen mittlerweile aber schon zum Klassikerkatalog eines jeden Metal-Fans. Aber war da nicht später auch noch etwas? Ja, genau! Im Jahre 2011 veröffentlichten SAVATAGE nämlich ihr elftes und zugleich auch letztes Studioalbum mit Namen "Poets And Madmen". Bandmitbegründer Criss Oliva war zu diesem Zeitpunkt schon acht Jahre tot, der zwischenzeitliche Fronter Zachary Stevens bereits ausgestiegen und mit der Gründung von CIRCLE II CIRCLE beschäftigt und die letzte Konzeptscheibe "The Wake Of Magellan" auch schon vier Jahre her. Und trotzdem bewegte sich das Musikschwergewicht Jon Oliva noch einmal von seinem Keyboardsessel hoch, um sich an die Front und somit ans Mikro zu begeben und "Poets And Madmen" einzusingen. Seine erste Singleistung für SAVATAGE seit "Streets - A Rock Opera".

Und das Album wurde von der mittlerweile großen Fangemeinde schon sehnlichst erwartet und stieß auf... na ja, wie soll man es ausdrücken: sehr zwiespältige Resonanz. Die einen lobten den zurückgekehrten Sänger Jon, die anderen fanden seine Stimme kraftlos, unvariabel. Die einen mochten beispielsweise die epischen Passagen in "Commissar", die anderen sahen in "Stay With Me Awhile" den qualitativen Verfall einer großartigen Band. Während das aggressive "I Seek Power" als Reminiszenz an alte Tage gewertet wurde, wurde "Drive" als müder Abklatsch moderner Metal-Spielarten bezeichnet. Ja, was soll man denn da glauben?

Im Prinzip ist überall ein Funken Wahrheit dran, denn "Poets And Madmen" ist mit Sicherheit eines der durchwachsensten Alben der gesamten SAVATAGE-Diskografie. Einige Titel kicken definitiv Arsch (das zehnminütige Opus "Morphine Child" etwa oder das monumentale "Man In The Mirror"), andere Songs können qualitativ einfach nicht das verlangte Niveau halten ("Awaken", "Stay With Me Awhile"). "Poets And Madmen" switcht zwischen progressivem, epischem Material und treibenden Metal-Nummern hin und her, was zwar sehr viel Spaß macht, aber irgendwie manchmal etwas zu aufgesetzt daher kommt.

Was man beim letzten SAVATAGE-Album aber niemals vergessen darf, ist der Fakt, dass dieses Material Zeit braucht! Der erste Höreindruck war für mich damals sehr abschreckend, im Laufe der Zeit entwickeln die Songs aber definitiv ihre eigenen Qualitäten. Wie gesagt, die Scheibe ist ein Auf und Ab, aber da die Songs größtenteils sehr mitreißend gestaltet sind, kann sich auch das letzte Studio-Lebenszeichen einer metallenen Legende sehen und hören lassen und lässt den schnöden Durchschnitt ganz klar hinter sich!

PS: Obwohl dieses kitschig-abtörnende Cover-Artwork nicht hätte sein müssen!!



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: mat (21.12.2011)

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