OPHTHALAMIA - Dominion (Re-Release)

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VÖ: 14.10.2011
Bandinfo: OPHTHALAMIA
Genre: Black Metal
Label: Soulseller Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Nachdem sich Peaceville Records um die Wiederveröffentlichungen der beiden ersten Alben „A Journey In Darkness“ und „Via Dolorosa“ gekümmert haben, knallen uns Soulseller mit „Dominion“ das dritte und letzte Album der grandiosen und oft verkannten Schweden OPHTHALAMIA vor den Latz. Achtung meine Damen und Herren – wenn ihr das kitschig grausige Coverartwork auf dem Digipak-Re-Release seht nicht wegrennen, denn die Mischung aus Castlevania, King Arthur und der Schlagenfrau Medusa ist das Originalmotiv aus 1998.

Wesentlich weniger geschmacksverwirrend ist in jedem Fall die Musik der verblichenen Legenden, die, ähnlich den beiden Vorgängeralben, allemal den Kultstatus verdient, den sie in der tiefen Underground-Szene besitzt. Während die beiden anderen Werke aber noch wesentlich deutlicher in doomigen Gefilden a la BLACK SABBATH wilderten, ging das auf das Shakespeare-Stück MacBeth aufgebaute Konzeptalbum „Dominion“ fast schon als astreines „Storm Of The Lights Bane II“ durch, denn den unsterblichen DISSECTION war danach kaum eine Band näher als OPHTHALAMIA. Natürlich erkennt man die Parallelen dazu schon in der Besetzungsliste, was Bandboss und ABRUPTUM-Zwerg It und seine wohlbekannten Mitstreiter aber hier zu Jahrtausendende auf Polycarbonat pressen ließen, frisst selbst heute noch 90 Prozent der ideenloseren Konkurrenz.

Die fetten Zehn-Minuten-Songbrocken hat man nach der dreijährigen Albumpause außen vor gelassen und sich stattdessen auf kürzere, aber eingängigere Songs konzentriert. Das beginnt bei einem melodiösen Riffmassaker namens „Time For War“, setzt sich fort bei der unfassbar offensichtlichen DISSECTION-Hommage „Final Hour Of Joy“, kreuzt schleppende Mid-Tempo Gefilde in „Great Are The Deeds Of Death“, kratzt am ewigen Thron von BATHORY in „A Black Rainbow Rising“ und endet beim Titeltrack, der unbeabsichtigt mehr Pagan-Atmosphäre verstreut, als jeder Jägermeister-schlürfende, behindert hüpfende und völlig unlustige Humppa-Haufen es jemals vollbringen könnte. Die „Via Dolorosa“ ist zweifellos das kultigste und beste Album der skandinavischen Rhythmikliebhaber, aber auf „Dominion“ waren OPHTHALAMIA metallischer, nachvollziehbarer und zielgruppenorientierter als je zuvor.

Wie bei Wiederauflagen alter Alben üblich, gibt es natürlich auch auf „Dominion“ genug Bonusmaterial. Um das prinzipiell sehr kurz geratene Album aufzufetten, haben Soulseller vier alte Proberaumtracks ausgegraben, darunter das BATHORY-Cover „Sacrifice“. Das Album wurde übrigens von Michael Bohlin auf 2011-taugliche Qualität remastered und kommt noch dazu mit einem 20-seitigen Booklet auf euch zu. Wer da nicht zugreift hat sie nicht mehr alle – oder hat das Album schon zuhause. Diese Band hat still und leise Metalgeschichte mitgeschrieben. Abzüge gibt’s aber für das Coverartwork und die digitale Modernisierung.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (19.12.2011)

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