Stahlmann - Quecksilber

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VÖ: 20.01.2012
Bandinfo: STAHLMANN
Genre: Industrial Metal
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste

Man muss es einfach an dieser Stelle sagen: Der Bandname STAHLMANN klingt auch 15 Monate nach Erscheinen des gleichnamigen Debüts nicht innovativ und ich stelle mir nachwievor die Frage, ob ein solch extrem stereotyper Name nicht von vornherein die stilistische Bewegungsfreiheit nimmt. Denn dass STAHLMANN im Fahrwasser von kommerziell erfolgreichen Combos wie EISBRECHER und OOMPH! unterwegs sind, kann auch mit dem Zweitlingswerk "Quecksilber" nicht bestritten werden. Viel hat sich in punkto musikalischer Ausrichtung im letzten Jahr nicht getan, dafür sind die Stahlmänner deutschlandweit bekannter geworden und "Quecksilber" hat irgendetwas Überzeugendes an sich, das mir beim Debüt oft etwas gefehlt hat.

Das geht schon mit dem eingängigen Gothic/Industrial-Rocker "Engel der Dunkelheit" los. Fronter Mart gibt Gas, der Song treibt an und mündet dann in einen mitsingtauglichen Chorus. Ähnlich verhält es sich beim Uptempo-Song "Spring nicht". Dagegen fällt die darauffolgende "Tanzmaschine" qualitativ etwas ab. Der metallische Aufruf "Tanz mit mir!" ist leider alles andere als neu und sorgt eher für Reminiszenzen an älteres UNHEILIG-Material. Das große Manko dieses eingängig-industriellen Gebräus, das STAHLMANN hier abliefern, sind leider diese teilweise extremen Parallelen zu Genre-Kollegen. Das fällt vor allem bei "Asche" auf, bei dem Alex von EISBRECHER Pate hätte stehen können. Natürlich ist es in diesem Genre schwierig, sich mit eigenen Trademarks zu behaupten, etwas mehr stilistische Differenz hätte es aber sein dürfen!

Trotz allem hat "Quecksilber" aber auch einige Höhepunkte zu bieten. Das tief getrimmte, getragene "Am Grunde" rockt genialst und "Goetter" wird sich sicherlich als perfekter Live-Nackenbrecher herausstellen. Im Gegensatz dazu stehen aber leider wieder die etwas unspektakulär geratenen Songs "Schmerz" und "Diener", während "Mein Leib" mit seinem Rhythmus und Refrain wieder relativ gut zu gefallen weiß. Wie man sieht, ist "Quecksilber" eine sehr zwiespältige Angelegenheit geworden. Während der Vorgänger "Stahlmann" durchschnittlich dahin plätscherte, hat "Quecksilber" einige wirkliche Highlights zu bieten, aber leider eben auch den ein oder anderen Durchhänger, die bei insgesamt neun Songs einfach nicht zu verkraften sind. Für Fans ist die Platte aber natürlich erneut ein Pflichtkauf und ich denke auch, dass wir von STAHLMANN noch einiges erwarten dürfen!



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: mat (09.01.2012)

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