J. R. Blackmore - Voices

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VÖ: 21.10.2012
Bandinfo: J. R. Blackmore
Genre: Melodic Hardrock
Label: JRBlackmore Records
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Lineup  |  Trackliste

Ein fast schon unüberschaubares Angebot an neuen CD Releases macht die Entscheidung, welcher neue Silberling als nächster in den CD Player kommt, bereits schwierig. Und ich freue mich, den Hardrockfans die Entscheidung noch schwieriger zu machen. Denn das neue Album von Jürgen R.Blackmore, der ja mit „Still Holding on“ 1993 ein sehr geiles Album aufgenommen hat, bietet für den traditionellen Hardrockfan doch einiges.

Für „Still Holding on“ musste man in diversen Internetportalen zur damaligen Zeit eine Schweinekohle hinlegen, weil es fast unmöglich zu bekommen war. 2005 wurde dieses Meisterwerk, welches übrigens von Sänger Michael Bormann (JADED HEART, LETTER X, BLOODBOUND, BONFIRE) grandios eingesungen wurde, mit neuem Cover wiederveröffentlicht.

Doch nun zum neuen Output: „Voices“: nach einem einprägsamen, leicht orientalisch angehauchten Beginn und durch den treibenden Gitarrenriff wirkungsvollen Titeltrack geht es dann gleich in die Vollen. Die Kompostionen sind saugut, der Sohnemann von Gitarrenlegende Ritchie Blackmore spielt entfesselt und zaubert einige tolle, hochmelodische Riffs aus dem Ärmel. Irgendwie erinnert die Cd phasenweise stark an alte glorreiche RAINBOW, DEEP PURPLE Zeiten was den Sound angeht, aber auch die Struktur der Songs, nur in ein leicht modernes Soundgewand gesteckt.

Hier ist einfach Abwechslung Trumpf, denn es werden verschiedene Stilelemente wie Symphonic, Gothic Metal mit einen gewissen Hauch zur Theatralik mit in die Songs eingebaut. Wunderschöne Melodien und hervorragender Gesang von Ausnahmekönner Michael Bormann, der mit seinem unverwechselbaren Gesang den Songs seinen speziellen Stempel aufdrückt („ Incomplete“, „Beethoven“). Tolle Songs und erstklassige Instrumentalarbeit sind genau das, was jetzt gefragt ist, und davon hat dieses Album jede Menge zu bieten.

Als weiteres Beispiel der Track „Guardian Angel“, bei dem der etwas schleppende Metalbeat der Drums in ein sauberes Zusammenspiel mit dem Keyboard, welches an gute alte Zeiten erinnert, übergeht. Weiters brilliert auch ein großartig aufgelegter Oliver Hartmann (AVANTASIA, AT VANCE) an den Vocals, und sorgt mit seiner außergewöhnlichen Stimme für den vielzitierten Gänsehauteffekt. Falls es bis dahin noch niemand vom Hocker gerissen hat, den erwischt es spätestens beim nächsten Höhepunkt „Devil in Disguise“, bei dem nicht nur die Gitarren Arbeit, sondern auch die Choreinsätze voll zur Geltung kommen.

Wenn es dann mit Pianoeinsatz zu guter Letzt ein wenig balladesker und ruhiger wie bei „Jekyll & Hyde“ mit einem phänomenal singenden Dave Esser , ruhiger zugeht und mit dem bombastischen Hammersong „We are Rock n Roll“ ausklingt, hat man über 60 Minuten sehr abwechslungsreiche Musik gehört, bei denen auch die hier nicht erwähnten Songs keine Lückenfüller sind.

Hier rockt ein Haufen Idealisten und hat eine Menge Freude an der Sache. Auch erschließen sich mit jedem Hördurchgang immer wieder musikalische Feinheiten. Jedenfalls versäumt man schwer was, wenn man sich diese tolle Cd nicht gibt, und irgendwie keimt in mir der Wunsch den Protagonisten und seine Mitstreiter doch endlich mit diesem hervorragenden Material live zu erleben. Bärenstark.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: manfred (08.01.2012)

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