Psycroptic - The Inherited Repression

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VÖ: 10.02.2012
Bandinfo: Psycroptic
Genre: Death Metal
Label: Nuclear Blast GmbH
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Da sind sie ja endlich wieder, die technischsten tasmanischen Teufel, die die Welt wohl je gesehen hat. PSYCROPTIC genießen im Death Metal Segment bereits seit über eine Dekade einen ähnlichen Underground-Kultstatus wie etwa DECREPIT BIRTH oder CEPHALIC CARNAGE. Obschon die Jungs ihr letztes Album „Ob(Servant)“ 2008 über das Majorlabel Nuclear Blast in den Orbit schossen, ließen sie sich gottlob nichts einreden, blieben ihrer frickelig-anspruchsvollen Linie treu und haben somit allen Unkenrufern den Wind aus den Segeln genommen. Gut so, denn auch das fünfte Werk „The Inherited Repression“ – aufgrund reger Touraktivitäten erst vier Jahre nach dem letzten Album gefertigt – lässt keine Ermüdungserscheinungen aufkommen.

Bereits beim opulenten Opener – und längsten Albumtrack – „Carriers Of The Plague“ bekommen all die PSYCROPTIC-Lunatics die Trademarks, auf die sie seit Jahren so abfahren: unmenschliche Blastbeats und Doublebass-Stakkatos, rasiermesserscharfe Gitarrenlicks samt Fingerverrenkungsgarantie und der hintergründig pumpende, rhythmusdienliche Bass. Zum Streitfall wird wohl auch diesmal wieder die Stimme von Jason Peppiatt werden, der sich mehr denn je im angriffslustigen Metalcore-Segment bewegt und die erbarmungslose Tiefe seines Vorgängers Matthew Chalk nicht erreicht, oder wohl auch nicht erreichen will. Wer darüber hinwegsieht, bekommt trotzdem erstligareifen Todmetall serviert. Wie durchdacht PSYCROPTIC mittlerweile agieren, beweist auch die atmosphärische Überleitung dieses Songs zum viehischen Anfangsgepolter des großartigen „Forward To Submission“.

Was darüber hinaus noch auffällt ist die Tatsache, dass PSYCROPTIC beim Songwriting stark gereift sind und nicht mehr die reine Todesschule zelebrieren, sondern sich auf „The Inherited Repression“ verstärkt dem mal groovigen, mal völlig dissonanten Thrash Metal zuwenden. Das hört man ganz deutlich bei „Euphorinasia“ heraus, lässt sich aber auch aus „Unmasking The Traitors“ oder dem rollenden „From Scribe To Ashes“ herausfiltern. Am besten klingen die Aussies aber sowieso immer noch, wenn sie ohne Kompromisse durch die Gegend fudeln („The Throne Of Kings“) oder ihre einzigartige Fertigkeit, Technik mit Melodienreichtum zu verbinden, aus dem Ärmel schütteln („The Sleepers Have Awoken“).

PSYCROPTIC haben mit „The Inherited Repression“ endgültig ihre traditionellen Technical Death Metal-Pfade mit Brutal Death-Anleihen verlassen und konzentrieren sich mittlerweile verstärkt darauf, unberechenbar und so technisch wie möglich zu klingen. Das mag den einen oder anderen Fan der ersten Stunde etwas sauer aufstoßen (eben weil Peppiatts Vocals wirklich streitwürdig sind), ist aber auf einem dermaßen hohen Qualitätslevel dargeboten, dass einem die Ohren flackern. Zwar nicht ganz so durchdringend wie das neue ABORTED-Meisterwerk, aber definitiv ein weiteres großes Highlight dieses noch jungen Death Metal-Jahres. Wie heißt ein Song so schön? „Become The Cult“. Ist im Falle PSYCROPTICs schon längst geschehen. Zahnlos ist hier erstmals nur das schwache Cover-Artwork.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (03.02.2012)

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