Root - Heritage Of Satan

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VÖ: 00.11.2011
Bandinfo: ROOT
Genre: Black Metal
Label: Agonia Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Ui, da wird sich der Beelzebub aber freuen. Die Tschechen ROOT sind ihm ja bereits seit 25 Jahren treu ergeben. Und nun bringt der "Big Boss" Jiri Valter ein neues Werk mit dem entzückenden Titel "Heritage Of Satan" auf den schwarzen Plattenmarkt. Und bereits ohne einen einzigen Ton gehört zu haben, lässt sich feststellen, dass ROOT ihrer Linie nach wie vor treu bleiben - man bestaune das Cover, man beachte die Songtitel. Und das ist auch gut so. Schließlich waren ROOT immer unkommerziell und bisweilen leicht schrullig. Während in gewissen Regionen einzelne Strömungen keinen Platz für externe Einflüsse ließen, waren ROOT immer typisch sie selbst. Ganz egal, ob man einen beschwörenden dunklen Gesang oder heiseres Krächzen intonierte, auf düstere Atmosphäre oder punkige Ingredienzien setzte.

Aus diesem Grund kann man ROOT nur hassen oder lieben, nur toll oder lächerlich finden. Ich persönlich mochte ROOT immer gerne, weil sie eben wohltuend anders als der Großteil der Black Metal-Szene sind, aber dennoch urtypisch in ihrer eigenen Nische zu Werke gehen. Diesen Spagat zwischen Originalität und Authentizität muss man erstmal schaffen.

Nach dem obligatorischen Spoken-Word-Intro geht es mit "In Nomine Sathanas" genau so weiter, wie man sich das erhofft hat: Ein prägnantes Gitarrenriff trifft auf düsteren Gesang und kreiert eine merkwürdige Atmosphäre, die dem Gehörnten ein breites Grinsen auf das wahrscheinlich zottelige Gesichtlein zaubern wird.

Und doch muss man leider konstatieren, dass es so nicht unbedingt weiter geht. "Legacy Of Ancestors" ist punkig und banal, "Revenge Of Hell" mutet mitunter skurril an und klingt nach VENOM auf Rock und ohne Gift, dafür aber mit einem akustischen Teil. "Darksome Prophet" klingt wiederum typisch nach ROOT und mischt die schwarze Furiosität mit punkiger Simplizität. In dieser Art und Weise geht es auch weiter: Licht und Schatten wechseln sich munter ab. So zeigen ROOT bei "Son Of Satan" ihre Stärken, indem sie einfache, rüde Zutaten mit einer ordentlichen Portion Atmosphäre würzen und aus diesem Kontrast einen guten Song entstehen lassen. Leider gibt es auf "Heritage Of Satan" aber auch zu viele Stücke, die an Durchschnittlichkeit kaum zu toppen sind (z.B. "Greetings From The Abyss").

Somit wünsche ich den ROOT-Fans eine positive Herangehensweise an "Heritage Of Satan". Wenn ihr euch an den gelungenen Songs des Albums orientiert, dann werdet ihr zufrieden sein. Mir persönlich ist aber zu viel Durchschnittsware enthalten, um vollends zufrieden sein zu können. Von alten Hasen wie ROOT erwarte ich mir noch etwas mehr. Und dennoch: Das Teufelchen wird ob dieser konstanten Huldigungen frohlocken - schließlich ist "Heritage Of Satan" trotzdem zu gut, um in den Untiefen der Hölle in Flammen aufzugehen.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: El Greco (13.02.2012)

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