Steve Hogarth & Richard Barbieri - Not The Weapon But The Hand

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VÖ: 02.03.2012
Bandinfo: Steve Hogarth & Richard Barbieri
Genre: Ambient
Label: KScope
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Lineup  |  Trackliste

Kreativität ist ansteckend, und wenn man einmal mit Steven Wilson zu tun hatte, oder gar mit ihm in einer Band spielt, ist man scheinbar unheilbar infiziert. Dass PORCUPINE TREE-Drummer Gavin Harrison relativ umtriebig ist und ebenfalls gerade ein Soloalbum am Markt hat, dürfte bekannt sein. Richard Barbieri, Tasten-Tüftler und Soundcollagen-Entwickler der Progrock-Institution, rückt sich und sein (meiner Meinung nach ziemlich unterbewertetes!) Schaffen nun auch in den Vordergrund, und hat mit MARILLION-Sänger Steven Hogarth den perfekten 'Partner In Crime' gefunden.

Aber Vorsicht! Was die beiden auf "Not The Weapon But The Hand" veranstalten ist alles - nur kein Metal. Ja noch nicht mal Rock, aber trotzdem eine Rezension hier wert. Eher schaukeln sich die beiden in Richtung MASSIVE ATTACK und CHROMA KEY ein, immer schön entspannt, und beinahe könnte man das alles schon "Lounge Music" schimpfen. Dafür ist es aber wiederum viel zu, verspielt, smooth und relaxed, und scheinbar brauchen beide Charaktere hier erst mal eine Auszeit von ihrem üblichen Tagewerk.

Eine Platte, die wunderschön ruhig schwebend die Luft erfüllt, die aber natürlich jetzt nicht jeden Stormbringer-Leser ansprechen wird. Aber wenn jemand mit den ruhigeren MARILLION-Tracks etwas anfangen kann (oder mit den als Vergleich genannten Bands/Projekten), dann wird er auch hier alsbald die Augen schließen und ins Träumen kommen. Es soll ja durchaus harte Jungs und Mädels geben, die sich immer wieder mal Sachen wie O.S.I., DREDG oder die sträflich vernachlässigten GREGOR SAMSA zur Entspannung reinpfeifen, und auch jene sind mit dieser Scheibe bestens beraten. Das in diesem Kontext eher hektisch wirkende "Crack" oder der Ohrwurm "Only Love Will Make You Free" repräsentieren die Vorlieben der beiden Protagonisten hier ebenso wie das hintergründig ruhige "A Cat With Seven Souls" oder "Lifting The Lid" . Entspannter geht's ja eh kaum noch.

"Not The Weapon But The Hand" ist eine Angelegenheit zum Runterkommen nach einem heftigen Fortgeh-Abend. Man kann sich wunderbar berieseln lassen, wenn man gestresst von der Arbeit heimkommt. Und man kann es auch mal als Hintergrundmusik laufen lassen, wenn man einfach mal kein Ohr für irgendwas anderes hat. Steve Hogarth's manchmal schon weinerlicher, fragiler Gesang macht die Stimmung dabei ebenso aus wie die unverkennbaren Klangteppiche, die uns Herr Barbieri hier zum kontemplativen Lustwandeln auslegt. Fürwahr, ein interessantes Stück Klang!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Mike Seidinger (21.03.2012)

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