3 Inches Of Blood - Long Live Heavy Metal

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VÖ: 23.03.2012
Bandinfo: 3 INCHES OF BLOOD
Genre: Heavy Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Dass Retro-Metalbands wie die Schwammerl aus dem Boden schießen, wissen wir mittlerweile schon seit einigen Jahren. Doch lange bevor all die WARBRINGERs, PORTRAITs und GRAVEYARDs dieses Planeten sich auf den Sound ihrer alten Helden bezogen haben, sind die kanadischen Metal-bis-zum-Tod-Verfechter 3 INCHES OF BLOOD über die Kontinente getingelt, um freudig und äußerst selbstbewusst vom wahren, einzig echten Heavy Metal zu verkünden, der quasi in ihren Körpern die heilige Wiedergeburt feierte. Während ich diese Zeilen schreibe bin ich weder besoffen, noch kratze ich mir die Koksreste von der Nasenscheidewand – es ist schlicht und einfach Fakt, dass es auch heute noch keine einzige Nicht-80er-Jahre-Metalband gibt, die derart tief im rifflastigen Sumpf der alten Tage watet, wie eben die Bartträger aus Vancouver.

Wer sein Album zudem „Long Live Heavy Metal“ nennt, hat nicht nur sein Herz sondern sämtliche zehn in der Band vorkommenden Eier dem Stahl und all seinen Klischees verschrieben. Mit sämtlichen zur Verfügung stehenden IRON MAIDEN und JUDAS PRIEST-Referenzen beladen, zeigen Songs wie „Look Out“, „4000 Torches“ oder „Storming Juno“ dass 3 INCHES OF BLOOD wirklich die einzigen und wahren Nachfolger dieser beiden All-Time-Megabands sind. Quasi überirdisch einmal die Twin-Gitarren und partiell eingesetzten Soloeinlagen des Axtduos Justin Hagberg und Shane Clark, die seit dem auch schon drei Jahre alten Vorgänger „Here Waits Thy Doom“ in punkto Fingerfertigkeit noch mindestens zwei weitere Level zugelegt haben. Schreihals Cam Pipes klingt noch schriller als je zuvor, erinnert mehr denn je an die Ami/Teutonen-Schmiede ACCEPT und mit Byron Stroud (ex-FEAR FACTORY, ex-STRAPPING YOUNG LAD) hat man außerdem noch eine wahre Metalband verpflichten können.

Dass daneben auch noch die Produktion schön fett, aber nicht übertrieben aus den Boxen dröhnt ist ebenso das Tüpfelchen auf dem i, wie die Tatsache, dass die Ahornblätter mit Songtiteln wie „My Sword Will Not Sleep“, „Leather Lord“ oder „Chief And The Blade“ auch bei den Songtiteln erneut die imaginäre Klischee-Krone überreicht bekommen. Angenehm auch, dass 3 INCHES OF BLOOD mit dem epischen „Men Of Fortune“, dem akustisch-sanften „Chief And The Blade“ und dem folkigen Closer „One For The Ditch“ auch massig Ausruhphasen in ihr Heroen-Epos eingebettet haben.

Wer die Kanadier schon bisher in den Höllenschlund gewünscht hat, wird sich auch bei „Long Live Heavy Metal“ (übrigens: schöne RAINBOW-Hommage!) angeekelt übergeben, aber diejenigen, die zumindest ein bisschen Musikgeschmack besitzen, werden sich der Magie dieser knietief im Old-School-Sumpf watenden Holzfäller-Combo nicht verwehren können. Auch wenn das Artwork stinklangweilig ist – musikalisch sind die Jungs vorläufig an ihrer Karrierespitze angekommen.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (16.03.2012)

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