Belenos - Spicilege

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VÖ: 00.00.2012
Bandinfo: Belenos
Genre: Black Metal
Label: Northern Silence Productions
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Lineup  |  Trackliste

Das französische Ein-Mann-Projekt BELENOS wütet ja bekanntlich nicht erst seit gestern im Untergrund. Anscheinend besinnt sich der Mann hinter BELENOS, Loic Cellier, nun vermehrt auf die eigene Vergangenheit und kramt inzwischen gerne seine Frühwerke heraus, um sie neu aufzulegen und mit Bonustracks zu versehen. Nun ist also "Spicilege" dran, der Zweitling aus dem Jahr 2002. Die zehn Jahre, die dieses Album eigentlich bereits auf dem Buckel hat, merkt man "Spicilege" an und für sich nicht an. Denn BELENOS waren bereits "Pagan", als die paganen Horden noch keine großen Hallen gefüllt haben. Im Gegensatz zur gegenwärtig so populären Schunkelei, bieten BELENOS Black Metal mit folkigen Einsprengseln, akustischen Elementen und mitunter wikingeresken Refrains.

Um einen typischen BELENOS-Track kennen zu lernen, sollte man sich "L'antre Nord" anhören, der alle charakteristischen Ingredienzien der Band inkludiert. Die Qualität dieses Zweitwerkes unterliegt aber insgesamt deutlichen Schwankungen. Während das brutale "Ensorcerle" oder "Mort Divine" das große Talent der Band offenbaren, verliert man sich manchmal auch in Durchschnittlichkeiten wie "Terre De Brume" oder "Noz Pagan". Vor allem die seltsamen "Wikingerchöre" auf "Noz Pagan" wirken merkwürdig und im Vergleich zur durchaus anspruchsvollen Musik der Band etwas deplatziert. Die Live-Bonustracks sind produktionstechnisch sicherlich nicht auf höchster Stufe, beweisen aber das Livepotential der "Band", die wohl vor Publikum um einiges organischer klingt. Als weitere Bonustracks wurden alternative Aufnahmen, bzw. Demoversionen von Songs dieses Albums ausgewählt, die für den Sammler und Die-Hard-Fan dieser Band interessant, für alle anderen Hörer aber eher redundant sein dürften.

Loic Cellier ist ein Künstler, ein Mann der genau weiß, was er zu welchem Zeitpunkt ausdrücken will. Dieser Musiker hat Talent und eine gewisse Starrköpfigkeit, die von kreativen Köpfen so gerne an den Tag gelegt wird. Aber BELENOS ist auch immer etwas unnahbar und schwer fassbar. "Spicilege" ist ein gutes Werk, zeigt aber noch nicht das volle Potential der Band. Zusammenfassend muss man feststellen, dass BELENOS zwar immer schon unterbewertet waren, doch auch gewissermaßen selbst Schuld sind an ihrem Dilemma: Denn die Band schafft sich zwar eine eigene Nische, kopiert sich aber im Laufe der Zeit sehr gerne selbst und lässt die Fans nach wie vor auf das opus magnum, das große Highlight der Bandkarriere warten. Demnach gilt bei BELENOS fast immer das gleiche Fazit: Fans dieser Band mögen bitte 1,5 Punkte addieren, alle anderen sollten bei "Spicilege" lieber mal reinhören um anzutesten, ob man zur Zielgruppe der Band zählt.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: El Greco (19.03.2012)

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