OUTLIAR - Provoked By Anger

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VÖ: 00.00.2012
Bandinfo: OUTLIAR
Genre: Melodic Death Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Neulich, auf einem Kreuzfahrtschiff in der Karibik: Ich treffe am Klo einen Typen namens Ray, der mir die CD seiner Band in die Hand drückt, während ein Kanadier zu mir meint "Stormbringer? You Rock!" Promoarbeit "an der Wurzel" sozusagen. Nämliche CD wurde jetzt einer näheren Begutachtung unterzogen, und ich muss sagen, für ein Debut einer bislang unbekannten Band aus Amiland ist "Provoked By Anger" erstaunlich reif und bekommt von mir gleich mal das metallische Gütesiegel. Aber der Reihe nach. OUTLIAR kommen aus dem Städtchen Cary in North Carolina und sind immerhin schon seit 2004 aktiv. Fürs Debut hat man sich aber Zeit gelassen, was nicht die schlechteste Entscheidung war.

Selber bezeichnen sich die Jungs zwar als "Groove Metal", aber ich denke, das Ganze in die melodische Death Metal-Ecke zu verlegen trifft es wohl eher. Trotzdem kommt aber auch der Groove nicht zu kurz. Teilweise erinnert die Band an ältere DEATH ANGEL oder auch an ANACRUSIS, wenn's ein wenig progressiver zur Sache geht. Sänger Jason Ford macht gottseidank nicht den Fehler, ständig durch zu kreischen, sondern kann auch clean wenn's mal sein muss, oder aber brutal und rotzig wenn's drauf ankommt. Spieltechnisch bleiben hier keine Fragen offen, das Quartett versteht sein Handwerk, man prahlt hier nicht mit Konservatoriums-Niveau, sondern setzt lieber auf erdig und nachvollziehbar. Auch der Sound geht für eine Eigenveröffentlichung mehr als ok.

Der eingängige Nackenbrecher "Coffin Text" oder das zackige "Rod Of The Sheperd" sind aber dann doch technisch einigermaßen anspruchsvoll, als auch irgendwo abseits vom Mainstream platziert. Hier werden unterm Strich Liebhaber verschiedenster Metal-Spielarten gleichermaßen vollbedient, der Bogen spannt sich vom traditionellen Geradeaus über Hardcore-Elemente bis zum progressiven Todesmetall mit leichter Nostalgie-Schlagseite. Als kleines Gimmick hat James Murphy (DEATH, TESTAMENT, OBITUARY) bei "Faceless Enemy" ein kleines und feines Gitarrensolo beigesteuert. "Dozer" mit seinem einfachen, aber druckvollen Riffing und der achtminütige Rausschmeißer "Vendetta" fetten die Platte zum Schluss hin nochmal schön auf, und sogar eine Halbballade wie "Another Surrender" kann man ohne unnötiges Schmalz und Pathos abliefern.

"Provoked By Anger" macht Bock auf mehr, vor allem wenn man auf solides musikalisches Handwerk steht. Erinnerungen werden hier wach an selige Bay Area-Tage und an Zeiten, in denen noch nicht jeder Kaninchenfurz schubladisiert wurde (warum wir das trotzdem tun? Man weiß es nicht...) Kontaktiert die Band via Facebook , und wenn ihr artig und nett seid zu Ray und seinen Schergen, bekommt ihr vielleicht sogar einen gratis Download-Code für diesen gelungenen Acht-Tracker!



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Mike Seidinger (28.03.2012)

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