Aura Noir - Out To Die

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VÖ: 23.03.2012
Bandinfo: Aura Noir
Genre: Black / Thrash Metal
Label: Indie Recordings
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Das hässlichste Trio der Welt ist also wieder zurück. Ich erdreiste mir hier nicht, derart boulevardesk über die Optik der Norweger von AURA NOIR herzuziehen, vielmehr ist der wunderbar bescheidene Spruch ein lupenreines Eigenzitat. Zeit ist es auch geworden, doch von den Jungs ist man es ohnehin gewohnt, nur alle heiligen Zeiten neues Material serviert zu bekommen. So ganz unumstritten war der etwas blutleere Vorgänger „Hades Rise“ ja nicht und um etwaigen Munkeleien vorzubeugen sei hiermit gleich gesagt, dass sich das aktuelle Album „Out To Die“ keineswegs an goldene „Black Thrash Attack“ (1996) oder „The Merciless“ (2004) Zeiten anlehnt, sondern viel weniger dreckig und roh geraten ist, als sich das Aggressor, Apollyon und Blasphemer wahrscheinlich vorgestellt haben.

Natürlich stecken AURA NOIR auch nach 19 Jahren Bandgeschichte noch vollends im Black/Thrash-Mantel Sparte Old School, aber über die ganze Spieldauer gesehen dürften die Die-Hard-Maniacs der Oslo-Truppe doch ziemliche Anpassungsprobleme mit dem Teil haben. Das liegt weniger am fetzigen Opener „Trenches“, der sich herrlich primitiv im alten DESTRUCTION-, SEPULTURA- und VENOM-Schlamm suhlt, sondern fällt etwa beim rockigen „The Grin From The Gallows“ oder dem handwerklich wirklich sauber gespielten „Priest’s Hellish Fiend“ auf. Irgendwie etwas zu glatt, irgendwie etwas zu überlegt, was die hässlichen Buben da in den diversen Proberäumen zusammengeschustert haben.

Klar rocken Songs wie „Abbadon“ oder das punkige „Deathwish“ wie Hölle und verbreiten den bekannt-gewohnten Analog-Mief der seligen 1980er Jahre, aber im Laufe der Jahre ist AURA NOIR leider doch ein beträchtlicher Teil ihrer ursprünglichen Fuck-Off-Attitüde verloren gegangen, weshalb nicht nur das Black Metal-Gekeife endgültig eingestampft wurde, sondern auch die wirklich kompromisslosen Gitarrenspuren vollends der Vergangenheit angehören. Für den Ottonormalverbraucher klingt „Out To Die“ mit Sicherheit noch immer verdammt knarzig und arg, aber jeder Hobby-Fenriz (bzw. der Rumpel-Papst wohl auch selbst) wird sich da lieber wieder „Black Thrash Attack“ auf die Rille legen, um seine ersten Frühlingsbiere in der Sonne zu kippen.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (21.03.2012)

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