Mental Defect - Longplayer

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VÖ: 00.00.2011
Bandinfo: Mental Defect
Genre: (stilübergreifend)
Label: Èquinoxe Records
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Lineup  |  Trackliste

Mal wieder eine Band aus Deutschland und dazu noch mit Frontfrau, nett... denke ich mir und lade arglos das Album mit dem bezeichnenden (?) Titel "Longplayer" in meinen Player. Die ersten Töne waren auch ganz angenehm, bis dann plötzlich schon der Opener "Chronically III" unmotiviert in Elektrosound überging und abrupt endete. Hammerartig nach den sphärischen Klängen, zumindest meinem Gefühl nach, beginnt der zweite Song "Wasted Love", der noch einer der besseren ist, nach hergebrachtem Muster mit klarer weiblicher Stimme und männlichem Gegröle gestrickt.

Sängerin Clodi hat eine gute Stimme, auch wenn sie mich eher an die gesanglichen Einlagen im Techno der 90er Jahre erinnert. Im darauffolgenden Lied "May The Forces Be With You" wird mir dann auch klar, warum das so ist. Was mir jetzt entgegendröhnt, hört sich stellenweise sehr elektronisch an. Dagegen ist nichts einzuwenden, aber in "Longplayer" werden die Stile, reichend von Elektro über Melodic Metal bis Melodic Death, so durcheinander gewürfelt, dass nichts mehr richtig passt. Die Growls von Sanny wirken durchschnittlich, der instrumentale Part in MENTAL DEFECT ist soweit ok. Aber hat man den Eindruck, dass die Lieder irgendwie schnell schnell zusammen geschustert wurden, man hat sich nicht die Zeit genommen, die Kompositionen richtig durchzuarbeiten. Die Übergänge in den Liedern als auch von Song zu Song wirken unfertig.

Vielleicht will man mit diesem Album, das den Namen "Longplayer" bei der kurzen Spielzeit gar nicht verdient, einfach eine zu breite Masse ansprechen. Das Konzept geht hier meiner Meinung nach nicht auf. Man sagt, zuviele Köche verderben den Brei, ähnliches gilt auch für die Musik. Zuviele Stile in einen Topf geschmissen verderben einem die Hörlust.

Laut Band verleiten die Songs selbst den festeingefahrensten "Männermetal"-Vertreter zum mitwippen, nun ja, mich als "Männermetal" hörende Frau lassen sie relativ kalt.



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Chrissie (25.03.2012)

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