Krankheit - Menschenfänger

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VÖ: 00.00.2012
Bandinfo: Krankheit
Genre: NDH (Neue Deutsche Härte)
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Hinter dem herzigen Namen KRANKHEIT verbirgt sich eine Band aus dem Pongau, die sich an der "Neuen Deutschen Härte" versucht, aber prinzipiell auch vor anderen Subgenres der harten, dunklen Musik nicht zurückschreckt und sogar klassische Komponisten wie BRAHMS, BEETHOVEN und MOZART schätzt. Na, Prost. Und damit will man "Menschen fangen", also sich eine Fanbase erspielen?

Um eines vorweg zu nehmen: Die Musik ist mindestens so skurril wie sich diese kurze Beschreibung anhört. Was hier alles in einen Schmelztiegel geworfen wird, ergibt ein undurchsichtiges, markantes Gebräu: RAMMSTEIN meets Klassik, technoide Ansätze (Synths), finstere Gothik und partiell schwarzmetallische Elemente? KRANKHEIT machens möglich und werden die Hörerschaft in ein kleines, aber feines Segment an Bewunderern, sowie eine große Schar an Verweigerern spalten. Und soweit ich das beurteilen kann, ist diese Selektion sehr wohl beabsichtigt: Man geht oft absichtlich den absonderlichen Weg und erspielt sich somit eine eigene Note, die viele Bands im Bereich der NDH jahrelang suchen. Die gewählten Mittel sind Geschmackssache: "Menschenfänger" (der Song) inkludiert einen klassischen Touch und eine sehr dunkle Aura inklusive ungewöhnlicher deutschsprachiger (nona) Vocals. "Die Antwort" wird mit seinem prägnanten Technobeat für Verwunderung sorgen, während "Guten Abend, gute Nacht" ein Maximum an Düsternis offenbart. Doch vor allem in diesen Songs, die weitab der Norm zu verorten sind, polarisiert die Band besonders stark. Hört man sich jene drei Songs an, kann man das Gesamtkunstwerk KRANKHEIT einschätzen.

Doch wie bewertet man diese EP? Ich will an dieser Stelle keine allgemeine Bewertung in Form von Punkten abgeben. Für den durchschnittlichen Metalfan wird "Menschenfänger" nicht interessant sein. Dafür ist die Band zu wenig in den metallischen Charakteristika und Traditionen verhaftet. Doch zwischen all den Merkwürdigkeiten und der natürlich nicht gerade hochwertigen Produktion entdeckt man bei genauerem hinhören durchaus originelle Ideen. Für Gothic-Fans, die auch gerne mal auf die romantische Seite der Musik verzichten, oder aufgeschlossene NDH-Fans könnte diese EP durchaus interessant sein. Eine Sache kann ich unseren Lesern versprechen: "Menschenfänger" wird Reaktionen nach sich ziehen - ob die Reaktion auf den Reiz dazu führt, schreiend davon zu laufen oder diese EP sofort käuflich zu erwerben, hängt eben vom Geschmack und der musikalischen Toleranz des Individuums ab. Denn so skurril KRANKHEIT auch sein mögen: Langweilig werden sie nie, polarisieren werden sie immer!



Ohne Bewertung
Autor: El Greco (29.03.2012)

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