For The Imperium - For The Imperium

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VÖ: 06.04.2012
Bandinfo: For The Imperium
Genre: Rock
Label: Lifeforce Records
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Lineup  |  Trackliste

Metalcore, Rock, Progressive Metal, Punk, Pop, Swing, Electro, Grunge, Symphonic Black Metal, Crossover. Nein, wir haben es hier nicht mit einem Mix-Tape zu tun. Vielmehr treffen all diese Stile auf die vier durchgeknallten Finnen von FOR THE IMPERIUM zu, wobei diese Liste nicht einmal abschließend ist. Das selbstbetitelte Debüt ist definitiv der Albtraum eines jeden Metal-Autisten und wird in den Kreisen der Vertreter der „reinen Metal-Lehre“ für Angstzustände sorgen. Für alle aber, die stilistisch kaum Scheuklappen haben, wird hier eine mindestens mittelgroße Sensation vorgelegt, die man gehört haben muss! Aber mal schön der Reihe nach.

Das Ganze beginnt mit einem chaotischen Lärmschwall („Ignition“), bei dem erst allmählich die Harmonien und Songstrukturen durchscheinen. Das ist technisches Gefrickel auf allerhöchstem Niveau. Und dann, wie aus dem Nichts – ein fast alles überstrahlender Chorus, der einem die Glückshormone in andere Sphären treibt – nur um Sekunden später wieder ins Chaos abzutauchen. Wie geil ist das denn!? Und es geht noch geiler: „Creator“ beginnt dort, wo FAITH NO MORE aufgehört haben, mit einer gehörigen Portion Metalcore und einem Refrain, für den andere Bands töten würden! In der Folge wird der geneigte Hörer mit einer Schubkarre Party-Metal („California Girl“) und dem melancholisch-opernhaften „Hero“ verköstigt, um ihn dann zum zwischenzeitlichen Höhepunkt des Silberlings („Until The End“) vorzulassen: Bei diesem Track werden sich wohl die Headbanger, deren Nerven bereits nach den ersten Takten der Nordmänner blank lagen, definitiv verabschieden. Alle anderen, die mit glänzenden Augen und roten Ohren dabei geblieben sind, werden nun richtig bedient! Der Song beginnt unscheinbar als Low-Fi Piano-Ballade, dreht sich dann einmal um sich selbst und landet mitten in der goldenen Swing-Ära eines Frank Sinatra. Und schließlich schalten die Herren 30 Sekunden später in den fünften Gang und starten eine symphonische Hardcore-Attacke sondergleichen mit grandiosen String-Arrangements und enden, auf dem Gipfel angekommen, wiederum im Swing-Zeitalter - einfach eine Stufe höher, weiter, schneller und pompöser!

Die Kinnlade ist unten, doch eine Verschnaufpause gönnt man uns nicht. Denn jetzt wird DIMMU BORGIR mit einem pathetischen Refrain der Marke FRANKIE GOES TO HOLLYWOOD serviert („Die Dead“). Zugegeben, das mag sich in geschriebener Form völlig lächerlich anhören. Aber diese Scheiße funktioniert tatsächlich und geht ab wie Hexe! Bei „Working Class Heroine“ grüßt uns sodann kurzerhand Oberproll KID ROCK. Aber anders als unser Lieblings-Redneck haben die Imperianer wiederum Hooklines von einem anderen Stern im Köcher.

FOR THE IMPERIUM werden viele überfordern. Aber für einige unter euch werden sie – wie für mich – die bisherige Neuentdeckung des Jahres sein, die der stilistisch eintönigen und verpennten Metal-Gemeinde gehörig den Arsch versohlt. Sicher, es gab schon etliche Bands, die möglichst abgedreht jeden erdenklichen Stil verwurstet haben. Aber selten ist dies mit derartiger Leichtigkeit und Genialität hingerotzt worden. Das ist ganz groß und für eine Debüt-Scheibe ohnehin schlicht unglaublich! Da bleibt mir nur noch eins – ich will den Haufen live sehen, jetzt!



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: symX (04.04.2012)

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