Gotthard - Firebirth

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VÖ: 01.06.2012
Bandinfo: GOTTHARD
Genre: Hard Rock
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste

Das Ganze ist schwierig! Das ist das erste, was mir zum Thema GOTTHARD gegenwärtig einfällt. Nachdem Steve Lee, Frontmann und charismatisches Aushängeschild der Schweizer Rock-Veteranen, Ende 2010 bei einem Unfall tragischerweise ums Leben gekommen ist, war die Musikwelt geschockt. Die Zukunft der Band war ungewiss und wurde mit Reminiszenz-Veröffentlichungen à la Best Of- und Live-Outputs am Leben gehalten. Irgendwann im Herbst 2011 war es dann aber soweit und GOTTHARD kündigten öffentlich an, dass sie - obwohl Steve Lee auf ewig unvergessen und wahrscheinlich auch unerreicht bleiben würde - weitermachen wollen. Mit Nic Maeder, einem Schweizer, Jahrgang 1971, als neuem Sänger. Die Spannung vor den ersten gemeinsamen Gigs war groß und auch im Vorfeld zu den Produktionsarbeiten zum neuen Album namens "Firebirth" waren spekulative Stimmen zu hören, die an GOTTHARD ohne Steve Lee nicht glauben wollten...

Und jetzt stehen wir da und hören in die neuen GOTTHARD-Titel rein und was bleibt mir zu sagen... Hm, eigentlich einiges - beginnen wir mit dem Offensichtlichen, mit Nic Maeder. Eines gleich vorweg, an diesem Mann liegt es mit Sicherheit nicht, wenn "Firebirth" nicht erfolgreich sein sollte, denn Maeder ist - sollte es so etwas überhaupt geben - ein würdiger Lee-Nachfolger. Eine schöne, starke Stimme, gepaart mit unheimlichem Gefühl für griffige und melancholische Melodien - perfekt abgestimmte auf die instrumentelle GOTTHARD-Fraktion. Auch an dieser gibt es natürlich nichts auszusetzen, denn das eingespielte Team weiß einfach, was funktioniert und was nicht. Alles eitle Wonne also, oder? Na ja, nicht ganz, denn obwohl es aus handwerklicher Sicht absolut nichts auszusetzen gibt, habe ich ein kleines Problem mit dem aktuellen Songwriting der Schweizer. Zu seicht, zu wenig ausgereift wirken manche Texte und Melodiebögen, was aus "Firebirth" ein gutes, aber kein richtig umwerfendes Album macht.

Titel, wie das traurige und schön eingespielte "Remember It's Me", das treibend-rockende "Fight", das gelungene "Where Are You" oder der perfekte Melodie Rock-Song "Shine" zeigen, wie GOTTHARD anno 2012 zu klingen haben. Ebenso zu rocken vermögen "The Story's Over" und "S.O.S", wo Maeder zeigt, was er stimmlich drauf hat. Im Gegensatz dazu sind "Starlight" bzw. "Give Me Real" zu langweilig und uninspiriert geraten und auch ein Song wie "Yippie Aye Yay" muss es nicht zwingendermaßen auf ein Album schaffen. Auch "Tell Me" gehört leider nicht zu den spannendsten Stücken, die aus dem Hause GOTTHARD veröffentlicht wurden. Alles in allem fehlt "Firebirth" irgendwie das sogenannte Gesamthändchen, das alle Songs zu veredeln vermag hätte. Das Album stellt ein Auf und Ab dar, wobei die 'Ups' natürlich klarerweise überwiegen.

"Firebirth" ist ein gutes Album geworden, nicht mehr und nicht weniger. Mehr haben sich die meisten Fans vom Beginn der Post-Lee-Ära wahrscheinlich auch nicht erwartet, aber eines muss dabei klar gestellt werden - Nic Maeder ist der richtige Mann für GOTTHARD! Wenn jemand die Position von Steve Lee einnehmen soll und darf, dann ist es dieser Sänger. Das dürfte den Großteil der Fans erleichtert aufatmen lassen, denn die Schweizer Rocker darf man noch lange nicht abschreiben und sind mit dieser Formation zu musikalischen Höchstleistungen fähig, das steht fest. "Firebirth" ist noch nicht der perfekte Output, was aber noch nicht ist, kann ja noch werden! Gut ist dieses Album aber allemal...



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: mat (22.05.2012)

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