PRIVILEGE OF APPROVAL - Sepsis.Lichtpest

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VÖ: 13.04.2012
Bandinfo: PRIVILEGE OF APPROVAL
Genre: Metalcore
Label: Terrasound Records
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Lineup  |  Trackliste

Im kernigen Steirerland gibt es momentan zuhauf hervorragenden Metalnachwuchs. Ob TYRANNY, KLYNT, NORIKUM oder die eben hier präsentierten PRIVILEGE OF APPROVAL – in allen Ecken und Enden des grünen Bundeslandes wachsen die motivierten Jungspunde wie Pilze aus dem moosigen Boden, der interne Underground-Konkurrenzkampf kann für die ganze Szene zudem nur gut sein. Die eigenbetitelte EP war vor gut zwei Jahren schon ein anständiges Lebenszeichen, das darauffolgende Debütalbum „Sepsis.Lichtpest“ haben die Jungs eigentlich schon kurz darauf eingezimmert, aber via Terrasound Records wird das Teil mit etwas Verspätung jetzt auch im internationalen Rahmen präsentiert.

Die Eigendefinition „wir haben mit unserem Stil nie versucht, das Rad neu zu erfinden“ ist taktisch klug gewählt, nimmt sie doch schon im Vorfeld Einiges an Druck aus der ganzen Sache. Im Endeffekt eine entwaffnende und sympathischer Ehrlichkeit, welche die PRIVILEGE-Jungs an den Tag legen, denn trotz variabler Ausrichtung und zahlreicher Überraschungsmomente gibt’s wirklich nix, was nicht schon mehrmals da gewesen wäre. Die Diversität indes flutscht wirklich angenehm durch die Gehörgänge. Vom brutalen Stampfer „One Day Left“ über melodische „Sepsis“ bis hin zum metalcorigen Breakdown-Brecher „These Black Hands“ verwurstet das Quintett so ziemlich sämtliche Modernitäten, die unser gutes altes Schwermetall so zu bieten hat. Dabei ist aber längst nicht alles so schön, wie es klingt. An durchdachte, schön arrangierte Songs wie „Maze“ oder „A Haunted Look“ (immer wieder hört man vor allem THE BLACK DAHLIA MURDER heraus) werden dann eher wieder plattere Reißer wie „Lichtpest“ oder „Medusa“ gereiht.

Wie so oft ist das aber wohl auch Geschmackssache. Etwas weniger wäre im Endeffekt trotzdem mehr gewesen, denn eine knappe Stunde Spielzeit ist – Konzept hin oder her – schon etwas sehr großzügig ausgefallen. „Sepsis.Lichtpest“ (der Titel erinnert mich andauernd an BELPHEGOR) ist ein durchaus fetter Einstand, mit denen sich PRIVILEGE OF APPROVAL und deren Death/Thrash/Core-Gebräu durchaus memorabel in die Langzeitgedächtnisse der Gewalt-Aficionados einbauen können, aber da ist definitiv noch Luft nach oben. Und weil die Jungs im Promozettel den heiligen FRANK ZAPPA mit „über Musik zu reden ist wie über Architektur zu tanzen“ zitiert haben, halt ich jetzt auch die Schnauze.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (09.04.2012)

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