RHAPSODY - Ascending To Infinity

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VÖ: 22.06.2012
Bandinfo: Luca Turilli's RHAPSODY
Genre: Symphonic Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste

Für viele Fans war es natürlich ein Schock, als die langjährigen Masterminds hinter zunächst RHAPSODY und dann RHAPSODY OF FIRE, Alex Staropoli und Luca Turilli 2011 verlautbaren ließen, dass sie von nun an getrennte musikalische Wege gehen wollen. Doch die Sorge sollte eigentlich unbegründet sein - denn nun gibt es plötzlich nicht nur eine Band namens RHAPSODY, sondern derer gleich zwei. Einerseits machen nämlich Keyboarder Alex und Ur-Sänger Fabio Lione unter dem RHAPSODY OF FIRE-Banner weiter, andererseits hat Luca Turilli ebenfalls eine formidable Mannschaft um sich geschart - darunter Neo-Sänger Alessandro Conti - und firmiert nun einfach wieder als Luca Turilli's RHAPSODY.

Also eigentlich ein Grund zur Freude für Fans des epischen, bombastischen Symphonic Metals, den man von RHAPSODY (in sämtlichen Inkarnationen) seit Anbeginn ihrer Karriere kennt - denn natürlich bewegen sich auch diese RHAPSODY auf bereits ausgetretenen Pfaden, und liefern auf ihrem Erstling "Ascending To Infinity" eine Fan-Vollbedienung, die sich gewaschen hat. Nach dem etatmäßigen Intro legen die Herren mit dem Titeltrack auch gleich amtlich los, und bieten dabei auch gleich ein Highlight des Albums. Treibende Doublebass-Attacken gepaart mit der von Signore Turilli gewohnt guten Fingerakrobatik und eingängige Melodien - mit anderen Worten: Auch bei RHAPSODY in der Neuauflage ist immer noch eindeutig klassisches "RHAPSODY" drin.

Hervorzuheben ist an dieser Stelle auch gleich der erstklassige Gesang von Alessandro Conti, der sich mit sehr klarer, weicher Stimme präsentiert, und nicht nur ob der teilweise schwindelerregenden Höhen, in denen er sich bewegt, mehr als nur ein bisschen an einen jungen Andre Matos erinnert. Großartige Performance!

Doch auch das Songmaterial auf "Ascending To Infinity" kann sich hören lassen, da scheinbar die Frischzellenkur den kreativen Flüssen des Herrn Turilli gut getan hat - denn obzwar man auf bewährte Strukturen setzt, finden sich auf dem neuen Album doch zahlreiche neue, spritzige Ideen, die das Gesamtwerk weitaus origineller wirken lassen, als dies bei den letzten Alben von RHAPSODY OF FIRE noch der Fall war. So gibt's auf "Ascending To Infinity" schlichtweg mehr Abwechslung: neben dem RHAPSODY-typischen Titeltrack setzt man bei "Dante's Inferno" und "Excalibur" eher auf folkloristische Elemente, "Tormento E Passione" kommt unter weiblicher Gastbeteiligung überhaupt sehr opernhaft daher und erinnert an die Soloalben von Luca Turilli, und mit "Of Michael The Archangel And Lucifer's Fall" hat man natürlich auch wieder den obligatorischen Überlängen-Track im Programm. Einzig "Clash Of The Titans" kann mich auf Grund des etwas faden Refrains nicht so wirklich begeistern.

Nichtsdestoweniger liefern RHAPSODY auf ihrem neuen Album wieder musikalische Kost auf allerhöchstem Niveau; doch nichts anderes erwartet man ja von diesen Herren. "Ascending To Infinity" stellt eine gut gelungene Mischung aus den Stilen von RHAPSODY OF FIRE und LUCA TURILLI'S Solo-Schaffen dar, und sollte daher Fans des Genres bestens unterhalten. Wer natürlich mit dem "Symphonic Epic Hollywood Filmscore Metal", den die Italiener seit Jahren praktizieren, nichts am Hut hat, der ist hier sowieso falsch. Für Genrefreunde aber ein absoluter Pflichtkauf und immer noch die Referenz.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Dragonslayer (11.06.2012)

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