Stick To Your Guns - Diamond

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VÖ: 27.04.2012
Bandinfo: STICK TO YOUR GUNS
Genre: Hardcore
Label: Plastic Head Music
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Lineup  |  Trackliste

Die „Diamonds“ hatten vor ziemlich genau zwei Jahren auch die schwedischen Retro-Metaller ENFORCER im Gepäck, die kalifornische Melodic-Hardcore-Kapelle STICK TO YOUR GUNS gibt sich auf „Diamond“ etwas bescheidener mit dem Singular zufrieden. Das bedeutet aber keinesfalls, dass die Qualität darunter leidet, denn im sonnigen Strandparadies Orange County gibt es anscheinend trotz perfekter geografischer Lage noch immer genug zu bemängeln und kritisieren, sodass uns das Quintett schon den vierten Longplayer in nur fünf Jahren vor den Latz knallt.

Die eigene Klientel haben die schwer live-erprobten Amerikaner schon immer gut bedient, bislang konnte man eine durchgehende Steigerung beobachten, die sich im für das Genre fast schon als Referenz stehenden 2010er Topwerk „The Last Hope“ manifestierte. Ein derart starkes Album zu überbieten ist so gut wie unmöglich, den Erfolg zu wiederholen schon alles andere als einfach. Mit „Diamond“ geben sich die motivierten True-To-Your-Scene-Jungs aber keine Blöße und machen mit fast schon frecher Leichtigkeit das, was sie am besten können – hochmelodisch zuwege gehen, ohne dabei auch nur ein bisschen von der gewohnten Rahmenaggressivität einzubüßen. Das spürt man schon beim rhythmischen Titeltrack und beim wütenden Breakdown-Monster „Against Them All“, das dann aber wieder so zuckersüße Melodie-Teile integriert, wie man sie maximal von IGNITE oder älteren BOYSETSFIRE gewohnt ist.

Überraschungen gibt es naturgemäß wenige, die braucht man als treuer STICK TO YOUR GUNS-Hörer aber auch nicht. Kurz und knackig sind die Tracks, kommen mal mehr („We Still Believe“), mal weniger („The Bond“) auf den Punkt, versprühen aber immer diese - trotz aller textlichen Schwere – fröhliche Hardcore-Punk-Atmosphäre, die in diesem Jahrzehnt nur mehr die wenigsten Bands aus dem Effeff beherrschen. Besonders glänzen können Jesse Barnett und Co. mit dem kurzen, aber intensiven „Life In A Box“ und der Highspeed-Dampframme „Build Upon Your Sand“. Und wer bei der Occupy-Bewegungs-Krafthymne „Bringing You Down“ derb-fremdes Shouting vermutet, hat Recht – FIRST BLOOD-Vorturner Karl Schwartz hat hier seine Stimmbänder im Spiel. Alles in allem eine weitere gelungene Scheibe aus dem Westküsten-Sonnenstaat, mit der sich die Stammklientel vorzüglich in den Sommer moshen kann. Bleibt nur die Frage, wie lange die Burschen diesen Level mit stets ähnlichem Material noch halten können.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (30.04.2012)

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