The Wretched End - Inroads

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VÖ: 11.05.2012
Bandinfo: The Wretched End
Genre: Extreme Metal
Label: Candlelight Records
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Lineup  |  Trackliste

Während sein ehemaliger EMPEROR-Zwilling IHSAHN mit seinem Soloprojekt mittlerweile zu einem weltweit anerkannten Progressive-Jazz-Metal-Musiker geworden ist, zieht Gitarrenheld Samoth weiterhin sein Ding durch und holzt viel lieber kompromisslosen Extreme Metal ein. Das hat er nicht nur bei den leider verstorbenen ZYKLON mehr als respektabel hingekriegt, sondern auch bei seiner dreiköpfigen All-Star-Schmiede THE WRETCHED END, die vor gut zwei Jahren mit ihrem Debütalbum „Ominous“ eine mehr als nur achtbare Prügelorgie im verkopften Highspeedbereich vorgelegt haben.

Warum sollte man den Stil auch wechseln, wenn er per se schon so gut funktioniert? Nichts anderes dürfte sich der gute Samoth gedacht haben, als vor einem guten Jahr mit den Schreibarbeiten zu „Inroads“ begann und im Endeffekt eine Scheibe vorlegt, die als perfekte und kongruente Fortsetzung des Debütalbums mit rar gesäten Überraschungsmomenten angesehen werden kann. Sehr viel Technik, Unmengen an schwer zuordenbarer Filigranarbeit und eine deutliche Death Metal-Lastigkeit samt fetter Thrashkante stehen subsummiert zu Buche, was vor allem den Anhängern der professionelleren Schwermetall-Verfahrensweise runtergehen wird wie Öl. Wie schon auf „Ominous“ bis zum Exzess zelebriert, locken THE WRETCHED END auch hier mit kompromisslosen Geschwindigkeitssalven („Tyrant Of The Mountain“, „The Haunting Ground“), atmosphärischen, dem Black Metal nicht abgeneigten Nackenbrechern („Deathtopian Society“, „Death By Nature“) und Groove-betonten Todeswalzen („Hunger“).

Völlig neu konzeptioniert ist dafür der bewusst eigenständig auf die Scheibe gestellte Progressive-Doom-Track „Blackthorn Winter“, bei dem THE WRETCHED END tatsächlich neue Facetten ihrer Kompositionskunst präsentieren. Auch der vielseitige und unberechenbar durch die Boxen dringende Closer „Throne Renowned Of Old“ lässt den Hörer erkennen, dass sich die Burschen beim Songwriting wirklich Gedanken gemacht haben. Insgesamt kann „Inroads“ als ziemlich fette Skandinavien-Extreme-Metal-Scheibe angesehen werden, im direkten Vergleich zum Debüt fehlt es aber dennoch an regelmäßigen Abwechslungsreichtum und dem leider nicht vorhandenen Überraschungsmoment. Technisch und musikalisch ist das Ganze Samoth-typisch allererste Liga, aber Atmosphäre und Herzblut müssen hier mit der Lupe gesucht werden. Knallt gewaltig, muss man aber nicht zwingend in der Sammlung stehen haben.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (04.05.2012)

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