FURZE - Psych Minus Space Control

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VÖ: 11.05.2012
Bandinfo: FURZE
Genre: Doom Metal
Label: Fysisk Format
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Lineup  |  Trackliste

Einen beschisseneren Bandnamen (und das ist durchaus wortwörtlich zu nehmen!) als FURZE kann man in unseren Breitengraden eigentlich nicht haben, dabei bedeutet das übersetzt nichts anderes als „Goldener Dorn“ und hat für den norwegischen Alleinunterhalter Woe J. Reaper eine völlig andere Bedeutung, als wir sie uns jetzt auf die Schnelle ausmalen würden. Der Old-School Fanatiker aus Trondheim treibt übrigens schon seit 16 Jahren sein satanisches Unwesen und hat früher mit Frost (u.a. 1349, SATYRICON) und Jonas Pederson (KRYPT, ex-TSJUDER) durchaus szenebekannte Mitstreiter für sein Projekt gewinnen können.

Hat sich der nordische Exzentriker in den früheren Jahren noch verstärkt auf traditionell skandinavischen Black Metal konzentriert, ist FURZE spätestens seit dem kruden „Reaper Subconscious Guide“ endgültig im traditionellen Doom der Marke BLACK SABBATH oder PENTAGRAM angekommen. Das wird auf dem krautigen Fünftwerk „Psych Minus Space Control“ bis zum Exzess weitergeführt, denn wenn hier noch Schwarzmetall herausgehört werden kann, dann nur mehr sehr selten und maximal etwas Ambient-lastig. Die abgefahrenen Space Rock Referenzen, die vor allem beim Opener „Occult Soul, With Mind“ und dem 16-minütigen-Albumherzstück „Psych Mooz Space Control“ zu hören sind, hat man zuletzt (wesentlich schlechter!) von Reapers abgedrehten Landsleuten ANGST SKVADRON gehört.

Ruhig und unaufgeregt arbeiten sich die Klangcollagen durch das mit viel Bedacht gefertigte Album, das im Endeffekt nur eines ausstrahlen möchte – so alt und puristisch wie möglich zu sein, um Reapers alten Helden PENTAGRAM, TROUBLE und CELTIC FROST möglichst gerecht zu werden. Wenn er mag, kann er aber auch flotter. Der Song „Reaper Subconscious Guide“ ist ein flotter Horror-Rocker mit Stoner-Anleihen und einer ziemlich fetten Arschleck-Attitüde, das abschließende „When Always Ready“ sticht als temporeicher Doom-Punk-Rocker völlig aus dem restlichen Material heraus. Mit der absichtlich unaufgeregten Produktion klingen die Songs von FURZE auch sehr natürlich und basisch. „Psych Minus Space Control“ ist ein schönes Kleinod für Doom-Freunde mit Vorliebe für die alten Tage. Kann auch daran liegen, dass gewisse Songkonstrukte ganze 20 Jahre alt sind. Kann man haben, muss man aber nicht haben.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (03.05.2012)

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