Slash - Apocalyptic Love

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VÖ: 18.05.2012
Bandinfo: Slash
Genre: Rock
Label: Roadrunner Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Mister Saul Hudson, aka SLASH, unser allerliebster Zottelbär aus dem sonnigen Los Angeles hat auch nach über 25 Jahren Dauererfolg im Musikbusiness noch lange nicht genug und das ist verdammt noch mal gut so. Mit seinem selbstbetitelten Solodebüt hat Lord Zylinder vor zwei Jahren eine unerwartet prägnante Duftmarke in den Rocksektor gesetzt, rechneten nach diversen SLASH’S SNAKEPIT-Unzulänglichkeiten und fehlendem VELVET REVOLVER-Material wohl nur mehr die Allerwenigsten mit einer derart fulminanten Rückkehr. Bis zum heiß ersehnten Nachfolger „Apocalyptic Love“ hat sich indes so manches verändert.

Völlig neu ist das fixe, wirklich als Bandprojekt anzusehende Mannschaftsgefüge, dass der gute SLASH hier versammelt hat. Nachdem die Zusammenarbeit mit ALTER BRIDGE-Fronter und Stimmwunder Myles Kennedy so toll funktioniert hat, hat er den guten Mann und seine CONSPIRATORS (plus Bassist Todd Kerns und Drummer Brent Fitz) gleich auf Dauer angestellt und die gute Scheibe in bester Rockstar-Jam-Manier möglichst live eingerockt. Etwas härter ist das Teil geworden, Pop-Prinzen und –Prinzessinnen wie Fergie oder MAROON 5-Jauler Adam Levine sucht man vergeblich und das Myles Kennedy mittlerweile der bessere Axl Rose ist, wissen wir zwar schon seit der Rock’n’Roll Hall Of Fame-Show von GUNS N’ROSES, aber spätestens auf Songs wie „One Last Thrill“ oder „No More Heroes“ mit ohrwurmträchtiger „Sweet Child O‘ Mine“-Melodielinie. Musikalisch hat sich SLASH natürlich nichts reinpfuschen lassen, die Texte hat aber allesamt der smarte ALTER BRIDGE-Chef beigesteuert, der dabei durchaus kritisch mit seiner eigenen Vergangenheit abgerechnet hat.

Erneut wuchtig und dennoch basisch von Stamm-Produzent und SLASH-Homie Eric Valentine produziert, lebt „Apocalyptic Love“ vor allem von der unwiderstehlichen Mischung aus straighten Hard Rockern („Halo“, „Bad Rain“) und schon von den ROSES gewohnten, tempodrosselten Mid-Tempo-Songs („Not For Me“, „Anastasia“). Über allen Songs thront selbstverständlich SLASH selbst, dieser Musikverrückte mit dem Gitarrenkoffer, der aus seinem Sechssaiter Töne quetscht wie anno dazumal Leonardo da Vinci Bilder aus seinem Pinsel. Den Blues vernachlässigt die erprobte Startruppe dabei keineswegs, auch den guten alten Rock’n’Roll („Hard & Fast“) ehrt SLASH mit akribischer Hingabe. Ein Mann und seine Gibson – eine Erfolgsgeschichte, die auch bei ihrem x-ten Kapitel das gewünschte Ergebnis bringt. Vielleicht nicht merkbar besser als am Solo-Debüt, aber zumindest fetziger, härter und kantiger. Und genau so haben wir unseren SLASH, diesen sonnenbebrillten Lemmy der Röhrenjeans-Generation doch am liebsten oder?



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (11.05.2012)

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