UFO - The Chrysalis Years Volume II (1980 - 1986)

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VÖ: 30.03.2012
Bandinfo: UFO
Genre: Hard Rock
Label: EMI Music
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Lineup  |  Trackliste

Nachdem mit Teil eins (2011 erschienen) die wichtige Michael Schenker-Phase abgehandelt wurde, kommt mit Teil zwo der "Chrysalis Years" nun eine Ära von UFO zum Zuge, die zwischendurch auch gerne mal im NWoBHM-Hype oder im damals aufkommenden Speed/Thrash unterzugehen drohte. Kenner (zu denen ich mich jetzt nicht unbedingt zähle) behaupten ja, es gäbe keine schlechte UFO-Platte. Aber das sagen ja RUSH-Aficionados auch. Das essentielle an dieser Box sind aber - wie schon beim ersten Teil - nicht die fünf regulären Alben, sondern das Drumherum. Sprich: massig Bonusmaterial.

Ein Gustostückerl ist da gleich mal ein von der BBC im Februar 1980 mitgeschnittenes Konzert, bisher unveröffentlicht und mit zwölf Songs zu Buche schlagend, kommen hier auch ältere Highlights wie "Doctor Doctor" oder "Lights Out" zur Aufführung. Es gibt einige 7"-Edits, B-Sides und US-Remixes diverser Tracks und noch einen fünf Songs umfassenden Mitschnitt aus dem Hammersmith Odeon 1983. Im Booklet finden wir dann überdies ein ausführliches Interview mit Phil Mogg über die nicht immer leichten Achtziger Jahre, das sich immer schneller drehende Personalkarussell und andere Kalamitäten.

Bei den regulären Platten dieser Phase stechen "No Place To Run" (1980) und "Mechanix" (1982) für mich eindeutig hervor, das etwas blasse "Making Contact" (1983) geht grad noch so ok, ebenso wie das '81er-Release "The Wild, The Willing And The Innocent". Schon etwas zu sehr Eighties-lastig für meinen Geschmack ist damals "Misdemeanor" ausgefallen, aber was soll's - es war halt 1986, und da klangen alle Hardrock-Bands in etwa gleich zurechtgestriegelt. "No Place To Run" ist dabei insofern eine ziemlich wichtige Angelegenheit, weil es das erste Album ohne Michael Schenker darstellt, der quasi am Zenit des UFO-Höhenflugs ausgestiegen ist und somit die Band kurzfristig erst mal im Bodenlosen hing.

Phil Mogg, Pete Way und Andy Parker (deren Wege sich nach "Mechanix" langsam zu trennen begannen) haben das UFO aber über diese für viele Hardrock-Dinos aus den Siebzigern schwierige Zeit retten können, und auch heute - über 40 Jahre nach ihrer Gründung - können die leicht angegrauten Herrschaften immer noch mit überdurchschnittlichen Alben punkten. Diese Box ist demzufolge nicht nur etwas für Schnitzel-Jäger und Die Hard-Sammler, sondern kann auch als eine von mehreren Eingangstüren in das unkaputtbare Erbe einer ebenso unkaputtbaren Band genutzt werden.



Ohne Bewertung
Autor: Mike Seidinger (08.05.2012)

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