Dreaming Dead - Midnightmares

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VÖ: 20.04.2012
Bandinfo: DREAMING DEAD
Genre: Progressive Death Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

DREAMING DEAD rund um Vokalistin/GItarristin Elizabeth Schall und Drummer Mike Caffell veröffentlichten vor drei Jahren ihr Debüt "Within One", das bereits für erste Achtungserfolge im Extreme Metal-Untergrund sorgte. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass dieses Debüt bei Ibex Moon Records, dem Label von INCANTATION Frontmann John McEntee, erschien. 2012 versucht die junge Band nachzulegen und veröffentlicht ein neues Kleinod im Bereich des Death Metal mit progressivem, aber auch thrashigem Einschlag namens "Midnightmares"!

Und "Midnightmares" klingt anders als der Vorgänger, ohne auf die Charaktertistika der Band zu vergessen. Oder anders gesagt: Man hat sich im eigenen Kosmos weiterentwickelt. Die Songs sind im Vergleich zum Vorgänger etwas progressiver, aber dennoch prägnanter als die manchmal noch etwas unausgereifteren Ideen von "Within One". DREAMING DEAD gehen 2012 eher in Richtung "DEATH in ihrer Spätphase", was auch in den Vocals von Ms. Schall erkennbar ist. Sehr gerne verbindet man Melodie und Härte und versetzt die progressiven Ansätze zwischendurch mit leichter verständlichen Komponenten, um die Sache nicht zu "verkopft" zu gestalten. "Overlord" besitzt z.B. einen durchaus eingängigen "Refrain", der sich keineswegs mit dem Death Metal-Kontext spießt. Das wiederkehrende Motiv fügt sich in den Gesamtkontext und sorgt für einen abwechslungsreichen Track in typischer DREAMING DEAD-Manier. Die Tempowechsel innerhalb eines Songs sind ohnehin als typisches Merkmal DREAMING DEADs zu bezeichnen. Der Titelsong "Midnightmares" macht dies z.B. deutlich: Man hat sich dem Death Metal verschrieben, doch Chaos und wirre Teile folgen zu keinem Zeitpunkt. "Exile" ist deutlicher im klassichen Death Metal zu verorten, was dem Song auch etwas an Wiedererkennungswert nimmt. Nach dem gelungenen und abwechslungsreichen Instrumental "In Memorian" folgt mit "Lapse" einer der Höhepunkte des Albums: Zu Beginn leicht doomig, nimmt der Song in weiterer Folge dank der gallopierenden Riffs und der aggressiven Vocals ordentlich Fahrt auf, nur um sich daraufhin wieder mit düsteren, atmosphärischen Parts abzuwechseln. Auch das Gitarrenriffing am Ende des Songs, sowie die durchwegs starke Leistung des Drummers sorgen hier für einen guten, abwechslungsreichen Song inmitten der unterschiedlichen Subgenres Death, Prog, Doom. "Into The Depths" ist wiederum aggressiver und temporeicher, nur um plötzlich umzuschwenken und einen geschickt arrangierten, langsameren Teil zu inkludieren. "Corpse Mountain" beginnt eingängig und wird mit einem feinen Groove versetzt, erinnert aber in weiterer Folge immer wieder an DEATH aus der "Symbolic"-Phase. Der instrumentale Rausschmeisser "Departure" unterstreicht abermals die Variabilität der Band mit ihrem unverwechselbaren "Laut/Leise"-Wechselspiel.

"Midnightmares" sind nun sicher mehr als "nur" ein Lebenszeichen dieser jungen ambitionierten Band. Dieses Album ist nicht nur ein deutlicher Schritt in die richtige Richtung, sondern beweist auch erstmals, wozu diese Band fähig ist. DREAMING DEAD besitzen die seltene Gabe, musikalischen Anspruch zu kreieren, ohne nur für Nerds und vermeintlich intellektuelle Hörer mit musiktheoretischem Wissen von Interesse zu sein. Nein, DREAMING DEAD spielen einen gut arrangierten, aber dennoch nicht zu sterilen Death Metal, der das Potential hat, bei vielen Fans dieses Genres zu punkten. Liebe Freunde des progressiv angehauchten Death Metals, merkt euch diese Band, denn hier könnte etwas Großes entstehen!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: El Greco (14.05.2012)

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