White Skull - Under This Flag

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VÖ: 18.05.2012
Bandinfo: WHITE SKULL
Genre: Power Metal
Label: Dragonheart Records
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Lineup  |  Trackliste

Eine durchaus lange - und bewegte - Geschichte können die Italiener von WHITE SKULL bereits erzählen: Gegründet wurde die Band nämlich schon 1988 und 1995 erschien schließlich das erste Album "I Won't Burn Alone". Kurz danach traten aber jene Probleme auf, die schon viele Bands geplagt haben: Besetzungswechsel und gesundheitliche Probleme sorgten immer wieder für Rückschläge. Doch wirklich aufgegeben hat man nie und nunmehr legt man mit "Under This Flag" das immerhin schon neunte Studioalbum vor.

Stilistisch geht's dabei bei WHITE SKULL höchst traditionell zu: Zwar aggressive, kratzige, aber dennoch immer noch melodische Vocals der mit diesem Album zurückgekehrten Ur-Sängerin Federica "Sister" De Boni, die knackigen Gitarren und der rohe Sound verpassen "Under This Flag" einen deutlichen Retro-Anstrich, der sie von vielen Genrekollegen aus unserem liebsten Urlaubsland abhebt.

Dennoch gibt es viele Momente, in denen die klassische italienische Schule des Heavy Metal durchblitzt - das beginnt gleich beim Chor des Openers "Hunted Down", setzt sich mit den hochmelodischen Hooklines und cleanen Vocals bei "Red Devil" fort, und auch "Lost Alone" schlägt in die melodische Kerbe. Etwas straighter und mehr dem klassischen Heavy Metal zugetan präsentiert sich dagegen der Titeltrack, und mit "A.O.D." hat man auch eine etatmäßige Ballade am Start, bei der Sängerin Federica ihre Vielseitigkeit unter Beweis stellen kann und die sich auf Grund des Fokus auf schöne Melodiebögen sehr willkommen vom Rest des Albums abhebt.

Bei "Prisoners Of War" wird's dann wieder etwas rockiger, während beim Intro zu "War After War" sehr deutlich IRON MAIDEN durchscheinen. Beim flotten Anfang von "Nightmares" fallen dann leider der Drumcomputer und die käsigen Keyboard-Sounds negativ auf und auch das Rausschmeißer-Trio "Freedom's Not Free", "You Choose" und "Redemption" kann keine bleibenden Impressionen vermitteln.

Alles in allem hinterlassen WHITE SKULL bei mir einen zwiespältigen Eindruck, denn einerseits klingt die Produktion unterirdisch, andererseits verpasst gerade diese scheinbare Unbedarftheit (die sich auch an dem schauderlichen Coverartwork zeigt) dem ganzen Album wiederum ein ganz eigenes, sympathisches Flair - man weiß einfach nicht mehr genau, wieviel davon Absicht ist und wieviel nicht. Leider haben die Songs an sich aber kaum Wiederkennungswert und viele der Tracks verlaufen sich auch auf Grund des kaum Höhepunkte aufweisenden Sounds sehr schnell in der Belanglosigkeit. Ein gewisser Kultfaktor ist WHITE SKULL dabei keinesfalls abzusprechen, dennoch wollen sich mir die zwölf Songs des Albums nicht so recht erschließen. Unverwüstliche Traditionalisten, die auf altmodischen Heavy Metal mit melodischer Schlagseite im Stile von Italo-Bands wie ATHENA oder (mit Abstrichen) auch DOMINE stehen, sollten mal reinhören; WHITE SKULL sind aber definitiv nicht für jedermann geeignet, und wie schon beim Vorgängeralbum "Forever Fight" schaffen sie es auch diesmal nicht, mich restlos zu überzeugen.



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Dragonslayer (19.05.2012)

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