The Living Fields - Running Out Of Daylight

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VÖ: 00.00.2011
Bandinfo: The Living Fields
Genre: Metal
Label: Candlelight Records
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Lineup  |  Trackliste

THE LIVING FIELDS waren mir bis zu "Running Out Of Daylight" kein Begriff. Und das, obwohl die Chicagoer bereits seit 10 Jahren ihr Unwesen treiben. Laut meiner Info versuchte sich die Band zunächst als Doom Death-Band. Was sie nun mit "Running Out Of Daylight" praktiziert, steht diesem Subgenre zwar auch nahe, ist aber eigentlich nicht zu kategorisieren. Man stelle sich vor, wie WHILE HEAVEN WEPT mit MY DYING BRIDE spazieren gehen, zwischendurch CANDLEMASS besuchen, sich aber auch gerne mal bei AGALLOCH aufhalten, dem Kumpel CATHEDRAL mal die Hand schütteln, während man plant, vielleicht doch auch mal wieder bei PORCUPINE TREE vorbeizuschauen. Daran merkt man: THE LIVING FIELDS müssen irre sein. Aber sie sind auch originell und kreativ.

Wenn man bedenkt, dass fehlende Originalität eines der Lieblingsargumente in einer negativen Kritik darstellt, so muss man hier sagen: Ziel erreicht, gut gemacht! Doch da das Leben sich in den berühmten Grauschattierungen abspielt und eben nicht immer nur schwarz oder weiß ist, lässt sich die Sache nicht so leicht beschreiben. So muss man feststellen, dass Songs wie der Opener "Remnant" den Hörer schon sehr fordern werden. Geige und Pomp, gepaart mit Düsternis, Melancholie und Aggression (Growls) bedeutet auch eine keineswegs leicht verdauliche Kost. Wenn dann auch noch die Vokalsstruktur dermaßen heterogen ist, dass man von jenen Growls bis über klar gesungene Refrains fast das gesamte Spektrum abdeckt, dann wird einem klar, wie schwierig das alles in Worte zu fassen ist. Ja, diese Musik ist nicht zur easy listening-Kost zu zählen, wobei THE LIVING FIELDS so schlau sind, dem Hörer den einen oder anderen Melodieanker zu offerieren, mit dessen Hilfe man die Songs verstehen lernt. Dies funktioniert manchmal auf atemberaubende Art und Weise (man lausche dem vertonten Wahnsinn namens ("From Miseries To Blood-Drenched Fields" oder dem verhältnismäßig straighten "Glacial Movements"), kann aber auch die eine oder andere Länge offenbaren ("Perseverance" überzeugt nicht auf die volle Distanz, "Bitterness" ist in seinen Gedanken genial, verwirrt manchmal aber zu sehr).

Wenn dann noch der epische Titeltrack und Rausschmeisser in die Gehörgänge dringt, lässt sich feststellen, dass dieser Song die musikalische Gesinnung der Band zusammenfasst: THE LIVING FIELDS sind grenzgenial, variabel, abwechlungsreich, intelligent, episch, ja mit einem Wort: Künstler! Sie sind manchmal aber auch (noch) etwas überambitioniert und lassen ihre Genialität zwischendurch in einem Meer an Ideen ersaufen. Und doch lässt sich feststellen, dass "Running Out Of Daylight" für Freunde anspruchsvoller Musik ein Leckerbissen sein könnte und THE LIVING FIELDS meiner Meinung nach das Potential haben, um in Zukunft das eine oder andere Meisterwerk zu veröffentlichen!



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: El Greco (10.06.2012)

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