Puteraeon - Cult Cthulhu

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VÖ: 01.06.2012
Bandinfo: PUTERAEON
Genre: Death Metal
Label: Cyclone Empire
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, als 2011 im eiskalten Jänner ein noch eiskälteres Stück Old School Schweden Death Metal durch meine Ohren blastete und mich auch nach mehrmaligem Durchlauf halbsabbernd und mit offenem Mund vor dem Laptop zurückließ. Das schwedische Knüppelkommando PUTERAEON hat mit „The Esoteric Order“ ein verdammt spätes, aber umso fulminanteres Debütalbum eingeholzt, das selbst die Letztwerke etablierter Genregrößen wie GRAVE oder DISMEMBER zu besseren Statisten verblassen ließ. Mit der jetzigen Distanz würde ich die damalige Bewertung eventuell um ein halbes Pünktchen runterschrauben, aber nie und nimmer an der Qualität und Durchschlagskraft dieses akustischen Vorschlaghammers zweifeln.

Dem Fleiß und Einsatz des Vierers ist es zu verdanken, dass wir geifernden Old School-Maniacs schon 18 Monate später den heiß ersehnten Nachfolger empfangen dürfen. „Cult Cthulhu“ nennt sich das verschrobene Teil und riecht – Texte liegen mir nicht vor – mit Songtitel wie „The Great Epidemic Of 1846“, „The Azathoth Cycle“ oder „Shoggoth“ verdammt stark nach Konzeptalbum. Eigentlich kann diese Kritik damit auch schon wieder beendet werden, denn was uns Grunzepapst Jonas Lindblood und seine obermorbiden Spießgesellen vorlegen, modert erneut verdammt stark nach Gruft, Nekrophilie und Verwesung. Erneut von KING DIAMOND-Legende Andy LaRocque gemixt und gemastert, knallen uns die Skandinavier elf ungemein kompromisslose Hassbatzen vor den Latz, die im Direktvergleich zum Vorgänger noch etwas zügiger und verrotteter klingen.

Auch wenn es die Liebhaber des Old-schooligen Geschrumpels wohl nicht allzu gerne hören, aber gerade die Abwechslung qualifiziert „Cult Cthulhu“ auch für längerfristiges Hörvergnügen. Wenn etwa nach einer Blastbeat-Watschen der Marke „A Bolt From The Grave“ ein urdoomiger Todeswühler wie „Liberation“ angereiht wird, dann weiß man endgültig, dass auch der stinkendste Sound in bester alter Sunlight-Manier noch für Überraschungen gut ist. Überraschend wohl auch, dass mit „Children Of Dagon“ sogar ein Song am Start ist, der anfangs ungewohnt stark im Schwarzwurzelbereich wildert. Und wer fremdes Gegrunze vernimmt – ja, es stimmt. Todes-Tausendsassa Rogga Johansson lässt sich seinen Gastauftritt natürlich nicht nehmen. Hier im Falle von „Walking With Shadows“. „Cult Cthulhu“ ist nicht mehr so überraschend und spontan wie das Debüt, qualitativ aber um nichts nachstehend. Solide, überdurchschnittliche Schweden Death Old School-Kost, die erneut als perfekte Beschallung für das Mittagsmenü Würmer mit Reißnägel durchgeht.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (25.05.2012)

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