AQUA NEBULA OSCILLATOR - Third

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VÖ: 15.06.2012
Bandinfo: AQUA NEBULA OSCILLATOR
Genre: Space Rock
Label: Tee Pee Records
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Lineup  |  Trackliste

Ach du scheiße, da lehnt man sich an einem bewölkten Samstagabend gemütlich in seinen Schreibtischsessel, um mit einem feinen Bier eine unbekannte Psychedelic Rock-Combo auszutesten und kommt schon nach einem Song drauf, dass es bei diesem Teil eigentlich anderer Wolken bedürfte, nämlich den Rauchwolken, die aus diversen THC-haltigen Substanzen rausnebeln. Schuld daran sind vier Franzosen aus der Hauptstadt Paris, die unter dem mysteriös-kruden Namen AQUA NEBULA OSCILLATOR ähnlich mysteriös-krude Klangwelten fabrizieren.

„Riot“ beginnt mit den psychedelischen Akustikgitarrenklängen und der derbst auf 60er-Jahre-Style zurückgespulten Produktion schon ziemlich wirr und steigert sich mit fortlaufender Spieldauer zu einem völlig abgedrehten Stück Improvisations-Space-Rock mit garantierter LSD-Beimengung. Das flotte „Turn On“ zeigt dann auch die dreckigen Punk-Roots der Westeuropäer auf – irgendwo zwischen THE CLASHiger Leck-Arsch-Attitüde und hippiesken Woodstock-Referenzen fühlen sich AQUA NEBULA OSCILLATOR am wohlsten. Abwechslung wird trotzdem großgeschrieben, denn obwohl Songs wie „Kill Yourself“, „Black Sun“ oder „Dead Soul“ sich in tiefstem Garage/Psychedelic-Sound suhlen, bleibt immer noch genug Platz um mit indischen Sitar-Klängen, flotten Rockeinlagen oder abgefreakten Gitarrensolos zu glänzen. Hauptverantwortlich für diese sonderbaren Verrücktheiten ist Frontmann David Sphaèr’os, der sich privat nicht nur für Okkultes, Künstlerisches und Außerirdisches interessiert, sondern seinen fast jährlich wechselnden Mitstreitern auch eigens gebastelte Kostüme und Bemalungen aufoktroyiert hat.

Was sich heute für viele wie eine vertonte Bong anhört, war vor nicht einmal 50 Jahren eigentlich alltäglich im damals alternativeren Musikbereich. Was AQUA NEBULA OSCILLATOR aber rein objektiv gesehen fehlt, ist eine stringente Line, ein roter Faden, auf dem man die verschiedenen Kapitel des dritten Albums „Third“ (no na…) aufbauen kann. Zu durchmischt und voneinander abgetrennt sind die Songs klanglich. Möglicherweise ist das aber auch Kalkül. Was in den Wirrköpfen vorgeht, kann man als Außenstehender ohnehin nur erahnen. So bleiben auf „Third“ einige wenige Highlights und eine Menge unzusammenhängende Filler. Trifft wohl nur die direkte Zielgruppe, ich hör mir lieber wieder HAWKWIND an.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (07.06.2012)

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