Miseration - Tragedy has spoken

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VÖ: 29.06.2012
Bandinfo: Miseration
Genre: Death Metal
Label: Lifeforce Records
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Lineup  |  Trackliste

MISERATION stehen für astreinen schwedischen Death Metal, was sie bereits auf ihren zwei veröffentlichten Werken "Your Demons...Their Angels" und "The Mirroring Shadow" unter Beweis gestellt haben. Die Mannen um Fronter Christian Älvestam legen mit ihrem neu eingespielten Werk "Tragedy Has Spoken" nach und wollen die Death Metal Szene wieder ordentlich aufmischen.

Der Opener "Stepping Stone Agenda" beginnt mit einem Schlachtruf von Tausenden, ehe die relativ melodischen und zugleich brutalen Gitarren los ballern, umrandet von einem Drumgewitter, welches der Geschwindigkeit eines Maschinengewehrs sehr nahe kommt. Keine Kompromisse und voll auf die Fresse, dennoch immer technisch versiert und brillant in Szene gesetzt! Älvestam ist einer der wenigen Growler da draußen, die ich wirklich sofort anhand ihrer Stimme erkenne. Brutal, was der Kerl da raus haut. Der Chorus klingt schon fast krank, bringt verzerrte Keyboardsounds mit sich und fetzt einfach enorm. Als sinnloses Rumgeballer würde ich MISERATION niemals abstempeln, dafür sind sie technisch wie gesagt viel zu gut und bringen ja auch einige Tempowechsel mit ein. Dazu der bereits hervorgehobene Christian Älvestam, der vom hohen Kreischen bis hin zu Tiefseegrowls wirklich alles auspackt, was er drauf hat. Gegen Ende noch episch angehauchter Clean-Gesang und der finale Chorus. Was für ein fulminanter Start!

Bei "Hill Of The Poison Tree" klingen die Riffs derart evil, das könnte man fast schon als komplett eigene Spielweise durchgehen lassen. Es ist enorm schwer, die Riffs hier zu umschreiben, aber diese Wand aus Gitarren haut einen derart aus dem Stuhl... Ehrlicherweise muss ich sagen, dass das Album an sich jetzt keine große Innovationen bietet, aber qualitativ kenne ich persönlich so gut wie keine Band aus dem Death Metal Bereich, die da ran reicht und Melodie mit Härte derart gut zu kombinieren weiß, ohne jemals langweilig zu klingen, wenngleich man sich hier wie gesagt dauerhaft auf einer Ebene bewegt.

Das bereits veröffentlichte "On Wings Of Brimstone" ist der einzige Song, der sich mit einem Clean gesungenen Chorus schmückt, aber wer bei MISERATION Clean-Gesang allgemein vermisst, der sollte sich einfach SCAR SYMMETRY anhören. Vom Härtegrad her würde das zu MISERATION auch einfach nicht passen. Dass man hin und wieder Clean-Gesang einbindet, gefällt mir sehr gut, aber eine höhere Dosis hätte es in der Hinsicht auch nicht gebraucht.

"Waylayer" beginnt fast so, als würde es sich dabei um einen symphonisch angehauchten Song handeln, der von einer Band wie NIGHTWISH stammen könnte. Das Intro wirkt richtig fett und setzt den Song toll in Szene, der fortan dann eher stampfend zu Werke geht und eine ordentliche Portion Atmosphäre mit sich bringt. Insbesondere im Mittelteil, wo Babygeschrei zu hören ist. Erinnert ein wenig an einen psychomäßigen Horrorstreifen, wird aber wie schon das Intro einfach extrem fett in Szene gesetzt. Und damit haben wir neben den fetten Gitarren, wuchtenden Drums und den vielschichtigen Growls auch den größten Pluspunkt hervorgehoben, die Grundatmosphäre der Platte. So schnell der Großteil der Platte auch los ballert, so genial ist die düster angehauchte Atmosphäre, die jederzeit klasse in Szene gesetzt wird.

Als Fazit möchte ich gar keine großen Worte verlieren. Wer auch nur im entferntesten Sinne was mit Death Metal anfangen kann, ist gut damit beraten, dieses Teil schleunigst in sein CD-Regal zu befördern...



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Sonata (19.06.2012)

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