RUSH - Clockwork Angels

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VÖ: 08.06.2012
Bandinfo: RUSH
Genre: Rock
Label: Roadrunner Records
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Lineup  |  Trackliste

Die kanadischen Rock-Veteranen RUSH können mittlerweile auf über 40 Millionen verkaufter Platten zurückblicken und haben in den vier Dekaden ihres Bestehens trotz teils massiver Stilwechsel ihre Fans niemals wirklich enttäuscht. Alex, Geddy und Neil gehen gemeinsam durch dick und dünn - im Business wie auch im Privatleben. RUSH, das ist nicht nur die Geschichte einer Freundschaft, das sind nicht nur 20 Studioalben, nein - es ist schon eine Lebenseinstellung: einmal RUSH, immer RUSH. "Clockwork Angels" bietet nach fünf langen Jahren des Wartens zwar keine großen Überraschungen (ok, die hat auch niemand erwartet...), qualitativ bleiben die drei Canucks aber nach wie vor unantastbar.

Nick Raskulinecz avanciert immer mehr zum vierten Bandmitglied, und hat als Produzent auch hier wieder ganze Arbeit geleistet: der volle, warme, nie überladene Sound wird der Band und den Songs zu jeder Sekunde gerecht. Und bei einigen der getrageneren Stücke wie "The Garden" oder "BU2B2" hat die Band dieses Mal auch vor üppigen Streicher-Arrangements nicht zurückgeschreckt. Erinnern einige Tracks an den Vorgänger "Snakes & Arrows", so hat man auch bewusst Puzzleteile aus wichtigen Perioden der Karriere eingestreut: "Headlong Flight" erinnert mit seinem Jam-Teil entfernt an die ausufernden Longtracks der ersten paar Alben, "The Anarchist" oder "BU2B" dagegen eher an die - im Kontext eher härtere - "Vapor Trails"-Phase, "Halo Effect" hätte auch auf "Test For Echo" stehen können.

Egal, wie man es dreht und wendet, und egal wie voreingenommen der Verfasser dieser Zeilen auch sein möge, RUSH werden wohl nie mehr einen wirklich schlechten Song schreiben, auch wenn diesmal "Wish Them Well" oder "The Wreckers" im Gesamtbild etwas schwachbrüstig wirken. Hier liegt auch der einzige Wermutstropfen des Albums: es ist zu lang. Natürlich freut man sich nach fünf Jahren über jede einzelne Sekunde RUSH, aber man wird den Eindruck nicht los, dass hier einiges an Füllmaterial zugunsten der Storyline einfach in den Songs gelassen wurde. Ein paar Stücke wirken dadurch unnötig in die Länge gezogen - und bei Songlängen zwischen fünf und siebeneinhalb Minuten muss schon einiges passieren, damit keine Langeweile aufkommt.

Das Powertrio ist aber auch über diesen Umstand letztendlich erhaben, und verwöhnt uns wieder mal mit zeitlosen Rock-Wuchteln der Luxusklasse: "Seven Cities Of Gold", "Headlong Flight", "BU2B", "Caravan", "The Anarchist", "Carnies" und der Titeltrack zeigen eine Band, die noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Eine Band, die in ihren besten Jahren im Zusammenspiel mächtiger ist als je zuvor. Und eine Band, wo jeder einzelne Musiker eine Koryphäe auf seinem Instrument ist und Milliarden an Rockmusikern beeinflusst hat. Das wieder einmal sehr gelungene Design von Hugh Syme und die im Steampunk angesiedelte Background-Story geben "Clockwork Angels" einen insgesamt stimmigen Appeal, auch wenn das Album wohl einige Zeit brauchen wird, um sich vollends zu entfalten. Aber das ist RUSH-Fans bekanntermaßen ja sowieso wurscht. Auf die nächsten vierzig Jahre!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Mike Seidinger (22.06.2012)

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