Periphery - Periphery II: This Time It's Personal

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VÖ: 13.07.2012
Bandinfo: PERIPHERY
Genre: Progressive Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste

Gerade einmal zwei Jahre ist es her, dass PERIPHERY mit ihrem selbst betitelten Debut Album neue Maßstäbe im modernen Progressive Metal gesetzt haben und die Gang um Mastermind Misha „Bulb“ Mansoor zu Vorreitern eines neu etablierten Sub-Genres namens „Djent“ wurden. Sie verbinden die harte, polyrhythmische Spielweise von Bands wie MESHUGGAH mit sehr melodischen Klängen und einem Hauch elektronischer Musik. Dieses Erfolgsrezept führte die Band dazu, bereits mit Größen wie THE DILLINGER ESCAPE PLAN, FEAR FACTORY und DREAM THEATER auf Tour gehen zu dürfen, was den Jungs aus Bethesda, Maryland zu beachtlichem Erfolg verholfen hat. Jetzt stehen sie mit ihrem zweiten Album, schlicht „Periphery II: This Time It's Personal“ getauft, erneut in den Startlöchern, um ihre bisherigen Fans zu begeistern und sich eventuell neue zu machen, und das sollte mit diesem neuen Material definitiv kein Problem werden.

Obwohl das Debut Album bereits eine verdammt gute Scheibe war, machen PERIPHERY auf ihrem zweiten Longplayer so ziemlich alles besser, was man hätte besser machen können. Die Songstruktur der 14 Tracks ist deutlich durchsichtiger, die Songs sind viel emotionaler als auf dem Vorgänger, die Melodien sind um einiges durchdachter und gehen besser ins Ohr und die verschiedenen, kreativen Arrangements sorgen für Überraschungen und mehr Abwechslung. Die jedoch absolut auffälligste und stärkste Verbesserung liegt in den Leistungen von Spencer Sotelo, dem Sänger des Sextetts. Wo seine Stimme auf dem Debut noch etwas steriler und unbeholfener wirkte (auch wenn er bereits auf dem ersten Album meiner Meinung nach einen extrem guten Job gemacht hat), so tänzelt Spencer mit seinem Organ auf den neuen Songs akrobatisch auf den dünnen Seilen der verschiedenen Tonhöhen, ohne auch nur ein einziges mal das Gleichgewicht zu verlieren. Ob Kopfstimme oder einfach lauthals heraus geschrien, die hohen Töne meistert er absolut problemlos, wobei er die Endphrasen oftmals nicht einfach nur gerade heraus singt, sondern mit ihnen noch einmal einen dreifachen Rittberger durchführt – ein bisschen vergleichbar mit dem Gejaule von Chistina Aguilera, nur irgendwie verdammt cool. Auch die Growls und Screams kommen in verschönerter Form und vielen Variationen, sodass die Vocals insgesamt bei mir oftmals auch noch nach dem zehnten mal Hören für sprachloses Erstaunen sorgen.

Abschreckend für viele Hörer sind bei PERIPHERY oft die extrem komplizierte Rhythmik, die das einfache Berieseln unmöglich macht. Obwohl „Periphery II“ mit Titeln wie „Muramasa“, „Scarlet“ oder „Erised“ auch ein Repertoire an eher „einfachen“ Songs abliefert, so können die meisten Momente auf dem Album bei dem ungeübten Hörer schon mal heftige Kopfschmerzen verursachen. Trotzdem sind auch die kranken Passagen meistens in groovige Headbang-Riffs verpackt, sodass der eigentliche Takt nur selten gebrochen und man beim ausgelassenen Kopfnicken nicht allzu sehr behindert wird. Außerdem folgt wie schon auf dem Vorgänger nach den meisten Liedern ein sehr atmosphärisches Outro, das dabei oft mit elektronischen Spielereien geschmückt ist, um den Konsumenten von seinem Adrenalin-Trip wenigstens für kurze Zeit zu entlassen. So bieten PERIPHERY mit ihrem neuen Werk Material sowohl für den Kenner, der gern mal jeden einzelnen Ton bis aufs kleinste Detail analysiert, als auch für den puren Genießer, der gerne zwischen schönen, träumerischen Klängen und harten Hau-drauf-Teilen schwankt.

Kurzum ist „Periphery II: This Time It's Personal“ ein durch und durch gelungenes Album, das nach jedem Hören ein weiteres Stück seiner hohen Qualität offenbart. Wer das Debut mochte, wird die neue Scheibe lieben, und wer wenig damit anfangen konnte, könnte von den neuen Songs auf jeden Fall umgestimmt werden. Wer also Fan von progressiver Musik ist, wert auf starke Melodien gepaart mit harten Riffs legt und nicht gerade Epilepsie gefährdet ist, kann beherzt zugreifen und wird keinesfalls enttäuscht sein. Dieses Album könnte ein wichtiger Schritt auf dem Erfolgstreppchen der Band sein und dafür sorgen, mehr Djent an die Leute zu bringen. Ich persönlich bin absolut begeistert und vergebe wohl verdient die volle Punktzahl. PERIPHERY, love that shit!



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Marco Frieborg (05.07.2012)

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