Hellyeah - Band Of Brothers

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VÖ: 13.07.2012
Bandinfo: HELLYEAH
Genre: Metal
Label: Eleven Seven Music
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Lineup  |  Trackliste

Mit All-Star-Gruppen ist das bekanntlich ja immer so eine Sache. Einerseits erwarten sich die Fans – nicht zu Unrecht – eine ultimativ starke Verschmelzung ihrer diversen Lieblingsbands, andererseits besteht immer die Gefahr, dass die aufeinandertreffenden Egos zu groß sind, um der Kernbotschaft eines solchen Projekts gerecht zu werden. Die Hobby-Cowboys von HELLYEAH aus dem wüstenklimatisierten Dallas in Texas sind jedenfalls solche, denn weder das gleichnamige Debütalbum aus dem Jahre 2007, noch der lauwarme Nachfolger „Stampede“ (2010) können als überdurchschnittlich bezeichnet werden. Nun probieren es die Proletarier mit „Band Of Brothers“.

Schon der Promosatz von Sänger Chad Gray klingt wie das bittere Eingestehen früherer Versäumnisse: „Dies ist sicherlich das Album, welches die Leute erwartet haben, als sie das erste Mal von HELLYEAH gehört haben“. Und dann lasst ihr euch dafür sechs Jahre Zeit? Naja… So gut wie Meister Gray „Band Of Brothers“ angekündigt, ist es aber bei Weitem nicht. Für eine Mischung aus PANTERA, NOTHINGFACE, DAMAGEPLAN und MUDVAYNE Muckern ist das klischeehafte Groove-Brett nämlich etwas zu blutleer. Klar, als erstes fällt der unheimlich klare, fette und alles zerberstende Sound ins Gewicht. Der erinnert – ähnlich wie Songs der Marke „War In Me“, „Band Of Brothers“ oder „Drink Drank Drunk“ – tatsächlich an selige PANTERA-Zeiten und trumpft vor allem mit einer unfassbar fetten Hybridisierung von Schlagzeug und Gitarren auf.

Doch was für Frauen gilt, gilt auch für den Metal – die Verpackung ist längst nicht alles. „Band Of Brothers“ blastet, wütet und zornbinkelt zwar wesentlich aggressiver und derber als seine Vorgänger durch die Südstaaten-Bullengehege, aber die sich ständig wiederholenden Rifffolgen und das teils enorm an DEVILDRIVER und MACHINE HEAD erinnernde Groove-Gehämmer langweilt im Endeffekt doch wieder schneller als man befürchtet hat. Außerdem komme zumindest ich nicht klar, mit Grays gezwungen auf cool getrimmter „ich hab Kaugummis und Kautabak in meiner Kauleiste und bin dadurch saucool“-Stimme, die auf Albumdistanz nach Reißnägeln mit Jauche schmeckt. Wieder mal zu viele Filler, zu wenige Killer. Auch wenn der Sound drückt, die Songs um einiges besser geworden sind („WM Free“ etwa ist ein mördergeiles Brett!) und Vinnie Paul hinterm Drumkit ein alles verschlingendes Tier bleibt – HELLYEAH sind für mich ähnliche Poser wie viele Metalcore-Bubis, nur eben anders. Greift lieber zur gottgleichen „Vulgar Display Of Power“, wenn ihr mit einer Platzwunde in die Sonne wollt.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (12.07.2012)

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