Dezperadoz - Dead Man's Hand

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VÖ: 27.04.2012
Bandinfo: Dezperadoz
Genre: Rock
Label: Drakkar Entertainment
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

In der Metal Szene treiben gegenwärtig diverse Subjekte aus vergangenen Zeiten ihr Unwesen: Wikinger, Piraten und sogar Römer tummeln sich da und musizieren in ihrem vermeintlich unverwechselbarem Stil. Cowboys sind wiederum etwas seltener im Metal. Zu sehr verbindet man mit der Cowboyhutfraktion die Country Musik, die noch dazu im deutschsprachigen Raum gerne von als Cowboys getarnten Schlagerbarden ins Lächerliche gezogen wird. Doch Alex Kraft und seine DEZPERADOZ widersetzen sich diesem Trend und veröffentlichen mit "Dead Man's Hand" abermals eine Kombination aus Rock, Metal und Country, sowie Bluegrass, die typischer für die Cowboyfraktion gar nicht sein könnte.

Dabei sieht man vieles mit einem Augenzwinkern, vergisst aber nicht darauf, dass man eine professionelle Band ist. Man verbindet gerne mal Western mit klassischem Metal wie bei "Yippie Ya Yeah", lässt auch mal den einen oder anderen Countrysong von der Leine (z.B. "Bullet With My Name", "My Ol' Rebel Heart") , entfesselt den thrashigeren Metalgeist ("Saloon No 10.") oder schielt mit vielen Hard Rock Anleihen gen Radiorock ("Train Of Souls"). Wie es sich für richtige Cowboys gehört, hat man dann auch mal Zeit für etwas Lagerfeuerromantik ("My Guns And Me") oder klaut in der Tradition eines Vogelfreien mal etwas von anderen. Oder bin ich der einzige Hörer, den "Last Man Standing" spontan doch sehr an "Rock 'n' Roll Ain't Noise Pollution" erinnert?

Wie man nun bereits erkennen kann, ist "Dead Man's Hand" eine sehr abwechslungsreiche Sache, die einige richtig starke Song inkludiert. Wenn sich nun nicht ein paar Mitläufer zwischen das gute Songmaterial geschlichen hätten, würden sich die DEZPERADOZ ein riesiges Lob verdienen. So breiten wir den Mantel des Schweigens über die durchschnittlicheren Passagen und stellen fest, dass die DEZPERADOZ eine richtig gute Veröffentlichung vorweisen können, die die Vorgängerwerke deutlich in den Schatten stellt. Wer sich am Cowboyimage und den Country-Einflüssen nicht stört, wird doch die eine oder andere positive Überraschung erleben. Man merkt der Band das Bemühen an, sich deutlich von der Masse abheben zu wollen, aber dennoch ein erdiges, auch für den Durchschnittshörer nachvollziehbares Songmaterial schreiben zu wollen. Zum Glück scheitert dieses Bemühen auch nicht an der Umsetzung. Einzig und alleine auf die Dosierung des angesprochenen Augenzwinkerns muss die Band achten, sofern man auch in Zukunft ernst genommen werden will. Die Musik hätte sich das auf jeden Fall verdient. Anspieltipps: "Train Of Souls", "My Guns And Me" und "Saloon No 10.".



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: El Greco (14.07.2012)

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