King Of Asgard - ...To North

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VÖ: 27.07.2012
Bandinfo: KING OF ASGARD
Genre: Viking Metal
Label: Metal Blade Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Die große Zeit der (ernsthaften!) Wikinger-Bands ist prinzipiell schon lange vorbei. Und jene Szenevorreiter, die das Ende des langjährigen Hypes überlebt haben, sind von der ursprünglichen „Ragnarök meets Yggdrasil“-Schiene abgedriftet, um etwas dunkelschwärzer (THYRFING) oder weitaus progressiver zu werden (ENSLAVED). Mit erhobenen Fahnen wehren sich zumindest noch die schwedischen Thorshammerschwinger KING OF ASGARD gegen den landläufigen Viking Metal-Hiatus, in dem sie auch auf ihrem Zweitwerk „…To North“ gediegene Weltenbrandkost mit würzigen Black- und Death Metal Einlagen produzieren.

Verstärkt um den zweiten Gitarristen Lars Tängmark klingen die Songs im Direktvergleich zum bekömmlichen Erstling „Fi’mbulvintr“ daher auch wesentlich wuchtiger und druckvoller. Allgemein sind KING OF ASGARD etwas aggressiver und fordernder geworden. Songs wie das rollende „Nordvegr“ oder die Schlachtplatte „Plague-ridden Rebirth“ mischen bekannte Genre-Epik mit teils unkontrollierten und daher spannenden Highspeed-Ausritten. Die partiellen Ausflüge in den schneebedeckt-nordischen Black Metal verdankt der Hörer dem ehemaligen MITHOTYN-Gespann Karl Beckmann (voc, git) und Karsten Larsson (dr), die sich einmal mehr stark ins Zeug gelegt haben, um den Geist ihrer unvergessenen Viking-Vorreiter nicht sterben zu lassen. Vokal pendelt Beckmann gekonnt zwischen aggressivem Gekeife und epischem Heroengesang, instrumental ist vor allem der glasklare Sound von Andy LaRocque über den grünen Klee zu loben.

Besonders interessant ist der kongruente Aufbau der einzelnen Songs. Wie ein großes, knapp einstündiges Gesamtkapitel wirken die zehn Oden an längst vergessene Heidentage. Das beginnt bei der Überleitung des „Intros“ zum majestätischen „The Nine Worlds Burn“, setzt sich fort beim MITHOTYN-Gedächtnistrack „The Dispossessed“ und endet mit dem perfekt ausfadenten rein instrumentalen Titelsong. Schwächephasen gibt es auf „…To North“ kaum zu vermelden und im Gegensatz zum weitaus folkigeren Vorgängeralbum wird auf diesem feinen Stück wesentlich mehr Gas gegeben. Die offensichtlichen Vorbilder BATHORY (und im erweiterten Sinne auch zu einem kleinen Teil IMMORTAL) vernimmt man hier deutlich, auch Larssons zweite Spielwiese FALCONER lugt immer wieder interessiert um die Ecke. Für Viking Metal Liebhaber und Freunde episch-perfektionierter, melodiereicher Metalkost ist „…To North“ ein absoluter Pflichtkauf. Für die kühle Ausrichtung der Platte ist nur die Jahreszeit ein bisschen die falsche. An der hohen spielerischen Qualität des Schweden-Kleeblatts ändert das aber gottlob nichts.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (20.07.2012)

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