Neosis - Neosis

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VÖ: 05.04.2012
Bandinfo: Neosis
Genre: Mathcore
Label: SAOL
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Lineup  |  Trackliste

Das selbstbetitelte Debütalbum der Schweizer NEOSIS stellt den Hörer vor eine harte Nuss. Der Einstieg in „Neosis“ ist eigentlich stark: heftiger Djent/Mathcore mit starkem MESHUGGAH-Einschlag. Rhythmisch abgefahren, mit stark treibendem Bass und technisch hervorragenden Gitarren-Shreds. Auch die Growl-Vocals erinnern stark an MESHUGGAH-Fronter Jens Kidman.

Das Problem beginnt, wenn die cleanen Vocals einsetzen. Die Tonlage erreicht Höhen, die ein normaler Mann nur schafft, wenn ihm etwas Wichtiges fehlt. Das erinnert im besten Fall (z.B. bei „Worship Mindset“) an noch weinerlichere LINKIN PARK (wenn es so etwas gibt) oder schlechten Studentenrock. Im schlimmsten Fall (beim Opener „Everlasting Mind Collapse“) klingt die Sache wie die Gesangsparts eines fiesen Eurodance-Betriebsunfalls aus den 90er Jahren. Noch dazu klingen die Gesangslinien, wenn man sich überwindet und genau zuhört, durchwegs ähnlich.

Die musikalische Basis ist dagegen über jeden Zweifel erhaben. Besonders hervorzuheben ist die Leistung von Didier Bender am Bass, nur bei den Genrekönigen MESHUGGAH hört man einen ähnlich aggressiven, fetten, aber auch technisch anspruchsvollen Bass.

So ist „Neosis“ eine Geschmacksfrage – man kann die Scheibe nur entweder lieben oder hassen, dazwischen gibt es keine Möglichkeit. Die Bewertung reflektiert das auch - es ist der Mittelwert aus Musik (4,5 Punkte) und Vocals (1,5 Punkte). Schade eigentlich.

(Kleines Detail am Rande: die Songtitel klingen teilweise so, als ob man im Wörterbuch beliebige Kombinationen aus Eigenschaftswörtern und Substantiven ausgewählt hat – nur möglichst abgefahren sollten sie klingen. „Fragmentary Alteration“? „Chronic Absolutism“? Bitte.)



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Luka (26.07.2012)

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