Wreck Of The Hesperus - Light Rotting Out

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VÖ: 00.00.2011
Bandinfo: WRECK OF THE HESPERUS
Genre: Death Metal
Label: Aesthetic Death
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Lineup  |  Trackliste

Das irische Doom-Gespann WRECK OF THE HESPERUS dürfte wohl nur Insidern ein Begriff sein. Auch mir persönlich war das Trio, das schon diverse Veröffentlichungen hinter sich hat, gänzlich unbekannt als ich mit der Arbeit an der Besprechung des neuen, zweiten Albums ''Light Rotting Out'' begann. Ein solches war langsam auch wieder nötig, wenn man bedenkt, dass das Erstwerk ''The Sunken Threshold'' schon im Jahr 2006 erschien. So vollkommen unbefangen, in der Idealverfassung für objektive Kritik, machte ich mich an den ersten Hördurchlauf.

Geboten wird, so viel ist schon nach den ersten Minuten klar, kompromissloser, mit Horrorelementen spielender, markerschütternder, räudiger Death Doom, bei welchem das Hauptaugenmerk auf die Erzeugung einer morbiden Atmosphäre gerichtet ist. Die in rauen Mengen eingesetzten Samples tragen auch nicht eben zur Entspannung bei, sondern sorgen mitunter für ein mehr als mulmiges Gefühl.
Das beste Beispiel für dieses Spiel mit dem Hörer ist der Opener ''Kill Monument'', dessen drastische Wechsel zwischen lauten und leisen Parts durchaus ein kleines Zusammenzucken auslösen können. Dafür verantwortlich sind hauptsächlich die ganz plötzlich aufbrandenden, fiesen Growls von Gitarrist und Sänger AC Rottt.
''Cess Pit People'' kann mit einer melodischen, etwas an OMEGA MASSIF erinnernden Gitarrenline punkten, während der Rest des Stücks eher belanglos vorüberzieht.
Ganz anders der über zwanzigminütige Monumentalsong ''The Holy Rheum''. Mit dieser musikalischen Walze haben sich WRECK OF THE HESPERUS selbst ein Denkmal geschaffen, überzeugt dieser Track doch nicht nur durch seine Härte, sondern auch mit raffiniertem Songwriting und einem epischen Klargesang-Part.

''Light Rotting Out'' ist mit Sicherheit nichts für jedermann und schon gar nichts für Musikfreunde mit schwachen Nerven. Die Mischung aus Old-School-Death, brachialem Sludge und todesschwangerem Doom, die uns WRECK OF THE HESPERUS offerieren, lässt nämlich einen bleibenden Eindruck zurück: Hier müssen Verrückte am Werk sein, anders wäre die Transformation eines derartigen Maßes an Brutalität und Rohheit in der Musik nicht möglich. Die Band bezeichnet ihre Stilistik nicht umsonst als ''Mental Funeral Doom''.
Zum Schluss sei dieses Album allen Fans von Truppen wie DISEMBOWELMENT und WINTER wärmstens ans Herz gelegt. Meine persönliche Instanz in Sachen irischen Death Dooms dürften aber weiterhin MOURNING BELOVETH bleiben.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Johannes Deml (29.07.2012)

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