Macbeth - Wiedergänger

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VÖ: 28.09.2012
Bandinfo: MACBETH
Genre: Heavy Metal
Label: Massacre Records
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Lineup  |  Trackliste

Neues aus Erfurt.

Was sich wie der Beginn der Abendschau im Ersten anhört, soll diesmal nichts mit etwaigen innenpolitischen (für Deutschland, für uns ist´s eher außenpolitisch, aber... Semantik kann auch ein wenig mühsam sein...) Wirrnissen zu tun haben, vielmehr gibt es Neues von MACBETH aus ebendieser thüringischen Stadt.

Die recht abenteuerliche Geschichte der Band habe ich bereits HIER beschrieben, schön, dass es die Jungs noch immer / schon wieder gibt. Noch dazu mit nagelneuem Material.

Auch wenn man sich gemäß dem Flyer (Flugschreiben heißt das in Neudeutsch - musste ich unlängst auf einer Seite lesen - aber ich schweife erneut ab) in eine Reihe mit EISREGEN und DIE APOKALYPTISCHEN REITER stellen lässt, hat das Album nichts mit den Weisen vorgenannter Musikerzusammenschlüsse zu tun.

Man spielt Metal mit starkem Thrasheinschlag, heftigen Gitarren und anschiebenden Drums und all dem Zeuchs, ne…

Schon der Opener "Kamikaze" haut geschmeidig voll auf die Zwölf und begeistert sofort. Spannendes Intro und knallhartes Riffing führen in ein interessantes Album ein.

Dem kreativen Metzger Fritz Haarman huldigt man im zweiten Song, auch hier hat man ein äußerst passendes, kleines Intro voran gestallt. Hier besonders fällt der äußerst knackige Gitarrensound auf. Das Schlagzeug ist, entgegen dem derzeitigen Trend im Metal, nicht volles Gerät nach vorne produziert, sondern verrichtet, gut hörbar zwar, aber eben nicht aufdringlich, eine solide, immer wieder mit kleinen Merkern versehene, Arbeit.

Und der Gesang ist auch wunderbar, wie schon auf der DVD passt Oliver "Olli" Hippauf genau zur Band. Und glücklicherweise hört man nicht, wie bei so vielen deutschen Bands, jedes "R" schon von weitem.

"Begraben" will scheinbar einen Anflug von Morbidität erwecken, obschon, es mag nicht ganz gelingen. Ein wenig zu getragen kommt der Song daher. Nach den ersten beiden Hämmern bleiben die Thüringer hier ein wenig im Morast der eigenen Intentionen hängen (für diese Metapher gehört mir eine gescheuert...).

...du bist nur ein Stück Fleisch - FLEISCH... - warum beim vierten Track im Refräng plötzlich RAMMSTEIN bemüht wird, ist mir ein Rätsel. Zu stark sind MACBETH´s eigene Ideen, als dass man sich an den ostdeutschen Weltstars orientieren muss. Definitiv kein Gewinner, der Song.

Ein weiterer Höhepunkt geschieht mit „Gladiator“, heftiges Riffing und lässigem Refrain, auch wenn man nicht mit aller Gewalt um den Endreim bemüht sein muss.

Hinten raus gibt es die „Stalingrad“-Trilogie. Wohl der Höhepunkt des Albums, thematisch dreht sich, scheinbar modern, alles um den Untergang der 6.Armee am Wolgastrand, dem Wendepunkt im Osten, dem Anfang des Untergangs des wohl größten Verbrechens unserer noch nicht allzu vergangenen Vergangenheit.

„Kanonenfutter“ ist ein feines Stück Thrash-Metal, „Untergang“ beschreibt geschickt den Fatalismus im Krieg, und „Das Kreuz“ glänzt mit Pathos und fast schön töricht plakativem Text. Deutsch kann eine schöne Sprache sein, doch muss man ihr Instrumentarium zu bedienen wissen.

Laut Infopamphlet sollten vier Bonussongs kommen, bei mir auf der Promo befinden sich nur drei, drei Neuaufnahmen alter Klassiker. Gute Idee, da deutlich frischer im aktualisierten Soundgewand.

Alles in allem ein schönes Lebenszeichen der Ostdeutschen, ein paar nicht so starke Lieder im Mittelteil, ansonsten aber ein lässiges Album.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (19.09.2012)

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