Ufomammut - Oro: Opus Primum

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VÖ: 09.04.2012
Bandinfo: Ufomammut
Genre: Doom Metal
Label: Supernatural Cat Records
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Lineup  |  Trackliste

Ab und zu schleicht sich eine Veröffentlichung heimlich still und leise, ohne große Erwartungen, in die Gehörgänge und will dort nie wieder weg. So geschehen bei „Oro: Opus Primum“, dem letzten Machwerk der italienischen Doomer von UFOMAMMUT. Dem aufmerksamen Konzertgeher werden die Jungs möglicherweise im Rahmen eines Roadburn-Konzerts aufgefallen sein.

„Oro: Opus Primum“ ist ein hypnotisches Werk; Flächensounds wechseln sich mit schleppenden, abgrundtiefen Riffs ab, die Verzerrung steht wohl bei allen Amps auf Stufe 11. Schon der Opener „Empireum“ bietet einen abgefahrenen Einstieg in die Scheibe: Bei dem 14-Minuten-Track dauert es drei Minuten, bis so etwas ähnliches wie ein Beat auftaucht; nach acht Minuten gibt’s dann auch erstmals so etwas wie Vocals - und danach ist der Song fast wieder zu Ende, weil das Outro auch mal drei Minuten dauert… Und die ganze Zeit ist ein simples Synth-Thema die Songbasis und wird wieder und wieder und wieder wiederholt.

Nach diesem Einstieg wird es dann aber wieder etwas traditioneller: Es tauchen erstaunlicherweise echte Gitarrenriffs und Drumfills auf. Das Tempo reißt auch zwischenzeitlich nach oben aus – für die meisten anderen Bands könnte man das „Mid-Tempo“ nennen, für UFOMAMMUT sind es aber gefühlte Blastbeats.

In der Tonart geht es dann weiter – „Infearnatural“ punktet mit einer (vor allem durch die Vocals bedingten) leicht sakralen Atmosphäre und bei „Magickon“ wird das schon erwähnte Synth-Thema aus „Empireum“ wieder aufgegriffen und mit Harmonien unterlegt.

An „Oro: Opus Primum“ mit den klassischen Heavy-Metal-Bewertungskriterien heranzugehen, macht wenig Sinn – schon der Opener „Empireum“ würde sich auf einer Kiffer-Chillout-Compilation besser tun als auf einem Metal-Sampler. Das ändert nichts daran, dass „Oro…“ ein ganz bärenstarkes Album geworden ist, dass sich zwar nicht jedem Hörer und nicht beim ersten Durchhören erschließt, aber bei dem wirklich jedes Riff und jeder Effekt perfekt sitzt. „Oro…“ ist insgesamt mehr Gesamtkunstwerk als Aneinanderreihung von Songs – wer sich in die verschrobene Klangwelt der Italiener traut, wird nicht enttäuscht werden. Erfreulich, dass für den Herbst schon der zweite Teil („Oro: Opus Alter“) des Kunstwerks angekündigt ist…



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Luka (08.08.2012)

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