As I Lay Dying - Awakened

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VÖ: 21.09.2012
Bandinfo: AS I LAY DYING
Genre: Metalcore
Label: Metal Blade Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Die Fahne des Metalcore hochzuhalten ist dieser Tage nicht mehr einfach. Die fetten Jahre sind längst vorbei, die große Szene längst ich sich zerbrochen, Shows und Zuschauerandrang stark rückläufig. Zu den eisernen Stilverfechtern mit respektablen Verkaufszahlen zählen mittlerweile nur noch die großen, seit jeher talentierteren Mitstreiter, zu denen neben etwa KILLSWITCH ENGAGE und CALIBAN vor allem die Kalifornier AS I LAY DYING gezählt werden müssen, die mit ihrem 2010er Output „The Powerless Rise“ sogar in die Top 10 der Billboard-Charts krachten und sich über eine Grammy-Nominierung freuen durften.

„Awakened“ ist der mittlerweile unfassbare sechste Studiorundling der ewig juvenil wirkenden Recken rund um Brüllwürfel und Fitnessfetischist Tim Lambesis, der sich auch dieses Mal keine Blöße gab und niemand geringeren als Ex-BLACK FLAG-Member und RISE AGAINST-Soundveredler Bill Stevenson als Produzent für die enorm fett klingende Scheibe ins Boot geholt hat. Mit jemandem abseits des Genres wollten AS I LAY DYING bewusst arbeiten, in punkto Hochglanzproduktion ist im Endeffekt aber ähnlich wenig Unterschied zu den letzten Alben auszumachen, wie im Songwriting. Auch wenn der Frontmann uhrwerkartig aufs Neue beteuert, immer wieder neue Elemente in den Sound einzubauen, fallen die Unterschiede in der Praxis wohl nur der absoluten Die Hard-Klientel auf.

Die Hitdichte hat sich auf „Awakened“ gesteigert und Lambesis‘ im Vorfeld publizierte Prognose, man könne von diesem Album jederzeit jeden Song live spielen, soll hier gar nicht abgestritten werden. Aber obwohl AS I LAY DYING auch hier liebend gern die ruppige Neo-Thrash-Sau durchs Dorf jagen („A Greater Foundation“, Overcome“), war „The Powerless Rise“ doch eine Spur kantiger. Die Clean-Gesangseinlagen (mehr sag ich dazu nicht mehr…) wurden gefühlt vervierfacht und das Grundschemata Gitarrenfurioso-Doublebass/Blastbeat-Powerpart-Clean-Gesang-Epic-End kommt auch auf „Awakened“ zur Genüge zum Einsatz. Mit dem bereits veröffentlichten „Cauterize“ haben die Jungs einen astreinen Chartbreaker am Start. Da „Awakened“ im Großen und Ganzen wenig am Erfolgsrezept der Amis geändert hat, wird ihnen der Erfolg mit Sicherheit auch treu bleiben. Eine weitere starke Scheibe für die Vita der Bandmitglieder, aber auch auf die Gefahr hin ewiggestrig zu klingen - mir ist das Teil zu wenig innovativ und viel zu klinisch produziert.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (11.09.2012)

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