Evocation - Illusions Of Grandeur

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VÖ: 21.09.2012
Bandinfo: EVOCATION
Genre: Melodic Death Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Kaum durften wie die EVOCATION-Frühphase in Form der grenzgenialen Demo-Compilation „Evoked From Demonic Depths“ genießen, legen die schwedischen Todeswurzler mit dem vierten Album „Illusions Of Grandeur“ jetzt auch den richtigen Einstand unter Century Media Records vor. Wenn auch nur in Underground-Maßstäben zu messen, ist die 2006 reformierte Geschichte der Band eine erfolgreiche und stets nach oben laufende. Die stete Weiterführung des eigenen Sounds hat bislang immer gut funktioniert und wer die Sprung von „Tales From The Tomb“ (2007) zu „Apocalyptic“ (2010) vergleicht, hört im Normalfall genau, dass die instrumentalen Fertigkeiten der Skandinavier immer gut waren, aber stets besser geworden sind.

Mit „Illusions Of Grandeur“ machen EVOCATION aber eine überraschend große Kurve, denn der aggressive Stockholm-Death Metal, den sie schon bei „Apocalyptic“ stark in den Hintergrund stellten, kommt auf dem neuen Werk kaum mehr vor. EVOCATION haben ihre vorhandene Liebe zu Melodien noch stärker vertieft und kredenzen den Hörern zehn feurige Melodic Death Metal Kapitel, die mehr denn je nach den kommerziell erfolgreichen Pseudo-Wikingern AMON AMARTH klingen. Besonders stark ist das bereits anfangs bei „Well Of Despair“ und vor allem „Divide And Conquer“ herauszuhören – in partiellen Songteilen sorgt lediglich die Stimme von Sänger Thomas Josefsson für Unterscheidungsmerkmale. Wie passend, dass AMON AMARTH-Oberwikinger Johan Hegg auf "Into Submission" zu hören ist.

Wo AMON AMARTH drinsteckt, steckt naturgemäß auch ein bisschen HYPOCRISY drin, doch die Peter Tägtgren-Truppe hört man auf „Illusions Of Grandeur“ eher weniger heraus. EVOCATION (hier übrigens mit Bassisten-Neuling Gustaf Jorde) schwimmen sich zwar selten, aber doch gut aus dem AMON AMARTH-Fahrwasser frei. Besonders hervorstechend etwa das atmosphärisch-dichte Slow-Tempostück „Crimson Skies“, das mit paralysierenden Gitarrenläufen aufwartet oder das schnell galoppierende „Final Disclosure“, wo EVOCATION auch mal richtig geil auf die Tube drücken. Dazwischen schauen auch immer wieder EDGE OF SANITY („The Seven Faces Of God“) oder AT THE GATES („I’ll Be Your Suicide”) vorbei.

Kombiniert mit dem grenzgenialen Cover-Artwork gelingt EVOCATION mit “Illusions Of Grandeur” ein weiteres Oberliga-Album, das mir aber im Vergleich zu früher etwas zu lahm und innovationslos ausgefallen ist. Schwedentod-Fanatiker mit Vorliebe für den Göteborg-Sound werden auch beim EVOCATIONschen Viertwerk freudige Luftsprünge machen, trotzdem bleibt zu befürchten, dass der Sound vielen Bandjüngern etwas zu melodisch ausgefallen ist. Ich für meinen Teil leg mir jetzt auch lieber wieder die älteren Alben auf.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (14.09.2012)

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