POSTHUM - Lights Out

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VÖ: 21.09.2012
Bandinfo: POSTHUM
Genre: Black Metal
Label: Indie Recordings
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Lang hat es gedauert, bis die Norweger POSTHUM endlich mit einem neuen Album um die Ecke biegen. Das 2009er Debütwerk „.Posthum“ zählte mit seiner depressiv-atmosphärischen Grundstimmung und dem völligen Vernachlässigen von klischeehafter Norwegen-Schwarzwurzelei zu den Underground-Überraschungen und –Highlights des damaligen Jahres. Kein Wunder dass das Dreigestirn rund um Sänger, Bassist und Gitarrist Jon Kristian Skare mehrere Label-Möglichkeiten zu Buche stehen hatte und sich schließlich auf den Wechsel von Folter zu Indie Recordings entschieden hat. Wohl eine weise Entscheidung denn die Osloer Schmiede wird POSTHUM auf jeden Fall bessere Vertriebs- und Marketingmöglichkeiten bieten können.

Am Allerwichtigsten aber: Die illustren Herren aus dem beschaulichen Kaff Nannestad haben die lange Zeitphase mehr als sinnvoll genutzt und ihrem eigenen, ohnehin schon kräftigen Sound weitere positive Facetten hinzugefügt. Vorderhand auffallend ist die Tatsache, dass POSTHUM auf „Lights Out“ nicht mehr derart stark auf das kriecherische Mid-Tempo setzen, sondern die Geschwindigkeitsschraube partiell gewaltig angezogen haben. Das spürt man in erster Linie beim viehisch-schnellen „Down On Blood“, das trotz pfeilschneller Rhythmik ein bisschen an IMMORTAL zu „At The Heart Of Winter“-Zeiten erinnert, beim Black’n’rolligen „Scarecrow“ und beim Opener und Album-Highlight „Untame“, das in seinen guten sieben Minuten sämtliche Vorzüge und Merkmale POSTHUMs zu einem kombinierten Ganzen versammeln kann.

Der fetten Produktion sei es auch gedankt, dass man neben den klaren Gitarrenläufen vor allem Jons krächz-keifiges Organ und die wunderbare Bass- und Drums-Rhythmussektion heraushören kann. Auf den Einsatz einer Violine haben POSTHUM diesmal übrigens verzichtet – ein weiterer Beweis dafür, dass sich die Norweger auf „Lights Out“ bewusst in eine aggressivere Richtung entwickelt haben. Den Großteil des Albums (u.a. „Red“ oder „Summoned At Night“) überzeugen die Burschen mit schlurfenden, an alte SATYRICON und GORGOROTH erinnernde Groovepassagen, die sich spätestens beim zweiten oder dritten Durchlauf wirklich nachhaltig im Ohr festzusetzen vermögen. Schön auch, dass POSTHUM mit dem rein instrumentalen „Afterglow“ dem Hörer kurz vor Ende des Albums auch noch eine Verschnaufpause gönnen, denn der eisige Dunkel-Express der Norweger rollt wie ein ICE-Zug durch die Gehörgänge und lässt wenig bis nichts unberührt. Ein weiteres Manifest POSTHUMs. Bis zum nächsten Album bitte nicht wieder drei Jahre warten…



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (17.09.2012)

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